Nach sechs Niederlagen: Bochum trennt sich von Trainer Reis

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Trainer Thomas Reis vor dem Spiel.
Trainer Thomas Reis vor dem Spiel. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild

Bochum (dpa) – Der VfL Bochum hat sich von Trainer Thomas Reis getrennt. Der 48-Jährige ist nach sechs Niederlagen in Serie zum Saisonstart in die Fußball-Bundesliga mit sofortiger Wirkung nicht mehr für das Team des Revierclubs zuständig. Interimsmäßig soll zunächst der frühere Profi Heiko Butscher übernehmen. Der 42-Jährige hatte zuletzt die U19 des VfL betreut.

«Wir müssen dringend Lösungen finden, die sportlich sehr schwierige Situation zu verbessern und zugleich Themen, die darauf negativen Einfluss haben, auszublenden», sagte Sportchef Patrick Fabian am Montag. «Heiko Butscher hat sich bereit erklärt, das Team bis auf weiteres interimsweise zu übernehmen. Zugleich arbeiten wir daran, die Nachfolge auf der Cheftrainerposition zu regeln.»

Nicht nur die sportliche Krise hatte zuletzt auf die Stimmung beim in der vergangenen Saison noch so starken Traditionsclub gedrückt. Bochum und Reis hatten sich im Sommer nicht auf eine Verlängerung des 2023 auslaufenden Vertrags des Coaches einigen können. Zusätzlich verstärkten Gerüchte und Medienberichte die Unruhe, nach denen Reis vor der Saison einen Wechsel zum Ruhrgebietsrivalen FC Schalke 04 erwogen habe. Reis hatte dies vor der 1:3-Niederlage bei Schalke am Samstagabend dementiert.

Der VfL hatte anschließend lange mit der Entscheidung gerungen. «Dass uns diese Entscheidung nicht leichtfällt, dürfte allen klar sein. Thomas Reis hat eine Verbindung zu Verein und Stadt, die über die erfolgreichen vergangenen drei Jahre hinausreicht», sagte Fabian weiter. Reis hatte bei den Bochumern viele Jahre verschiedene Trainerposten bekleidet, bevor er 2019 die Profimannschaft als Chefcoach übernahm. Reis stabilisierte den Club in der 2. Bundesliga und stieg 2021 mit Bochum auf. Der von vielen Experten als sicherer Absteiger gehandelte VfL spielte eine starke Saison und überraschte unter anderem mit Siegen gegen Bayern München und in Dortmund.

Reis hatte immer wieder betont, wie schwierig das zweite Jahr nach dem Aufstieg werden würde. Der finanziell nicht gerade luxuriös ausgestattete VfL investierte die geringste Summe aller 18 Erstligisten in Transfers. Die Abgänge mehrerer Leistungsträger konnte das Team bislang nicht auffangen. Nun soll es an der Castroper Straße ein neuer Coach besser machen. Am kommenden Sonntag steht ein Heimspiel gegen den 1. FC Köln an.