Gegen Mobbing und Computerspielsucht – Theater und Workshop als Prävention

105
Die Fachstelle Sucht der Bergischen Diakonie, hier vertreten von Marisa Hamann und Wolfgang Stelzer (Fachbereichsleitung und MPU-Vorbereitung), kann Dank der Unterstützung der Gemeinschaftsstiftung der SParkasse HRV neue Präventionsangebote schaffen. Foto: Mathias Kehren
Die Fachstelle Sucht der Bergischen Diakonie, hier vertreten von Marisa Hamann und Wolfgang Stelzer (Fachbereichsleitung und MPU-Vorbereitung), kann Dank der Unterstützung der Gemeinschaftsstiftung der Sparkasse HRV neue Präventionsangebote schaffen. Foto: Mathias Kehren

Velbert/Heiligenhaus. Suchtprävention mal anders. Mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen Gemeinschaftsstiftung kann die Fachstelle „Sucht“ der Bergischen Diakonie nun zwei Theaterstücke an den weiterführenden Schulen anbieten, die das Thema Suchtmittel und deren Gefahren auf ungewöhnliche und spannende Weise aufgreifen.

Junge Menschen sehen sich heute mit vielfältigen Verlockungen konfrontiert. Dazu zählen gesellschaftlich akzeptierte Drogen wie Alkohol und Nikotin, aber auch illegale Rauschmittel wie etwa verschreibungspflichtige Medikamente oder Cannabis, die über dunkle Kanäle den Weg auf den Schulhof finden. Hinzu kommen Versuchungen, die in sozialen Netzwerken oder hinter Spielkonsolen lauern.

„Kinder und Jugendliche stärken, um Suchtmittelkonsum vorzubeugen – das ist das Ziel unserer Präventionsarbeit“, erklärt Marisa Hamann vom Fachbereich Suchtprävention bei der Bergischen Diakonie. Finanzielle Unterstützung dafür hat es nun von der Gemeinschaftsstiftung der Sparkasse HRV gegeben, die 7.740 Euro für neue Präventionsangebote zur Verfügung gestellt hat.

Damit werden zwei Aufführungen des mobilen Theaters Witten finanziert: In „der*neue“ dreht sich alles um das Miteineinader, Ausgrenzung, Mobbing und Zusammenfinden. Und Im Stück „Philotes“ vermischen sich Realität und Virtuelles, wenn die Protagonisten zwischen Computerspielsucht und verborgenen Ängsten den Wert der Freundschaft kennenlernen.

Die beiden Stücke behandeln zwei besonders wichtige Themenbereiche an Schulen, ist Marisa Hamann von der Suchtprävention sicher. Besonders ist auch, dass nicht nur das Stück angesehen wird. Die Schülerinnen und Schüler können in einem Workshop, der direkt im Anschluss stattfindet, das Gesehene aufarbeiten und Fragen zum Stück und den Inhalten stellen.

Wo die Stücke gezeigt werden, ist noch nicht entschieden. Die Fachstelle Sucht ruft alle weiterführenden Schulen in Velbert und Heiligenhaus auf, sich für das besondere Präventionsprojekt zu bewerben. Das geht auf der Internetseite der Bergischen Diakonie (Stichwort „Sucht“).  Hier können die Schulvertreter ein Formular ausfüllen. Gefragt wird auch, warum das Theaterstück gerade an dieser Schule gezeigt werden soll.

Bis zum 3. Oktober läuft der Wettbewerb. Danach entscheidet die Fachstelle Sucht, wer in den Genuss eines Theaterstücks kommt.

Mit den Stiftungsmittel der Sparkasse finanziert wurde auch eine „Schadstoffzigarette“. In der überdimensionalen Zigarette, die zugleich als Koffer dient, sind 25 giftige, krebserregende und sonstwie schädlichen Materialien untergebracht, die eine Zigarette enthält oder die beim Rauchen entstehen und eingeatmet werden.

Die Stoffe werden dabei in Form von von Alltagsgegenständen gezeigt. Das verwundert und lädt zur Diskussion ein. Eingesetzt wird die „Schadstoffzigarette“ als Unterrichtsmittel in der Präventionsarbeit und bei Gesundheits- und Aktionstagen an den Schulen, etwa dem Leben-ohne-Qualm-Parcours.