Sozialverband will Mieten in der Krise einfrieren lassen

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Viele Eurobanknoten stecken in einer Geldbörse.
Viele Eurobanknoten stecken in einer Geldbörse. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Düsseldorf (dpa/lnw) – Der Sozialverband VdK fordert angesichts stark ansteigender Lebenshaltungskosten einen befristeten Mietpreis-Stopp, um die Bürger nicht noch mehr unter finanziellen Druck zu bringen. Damit sei sowohl ein freiwilliger Verzicht auf Mietpreis-Steigerungen in der Krise gemeint als auch ein befristetes Aussetzen von Mietzahlungen, wo die Not groß ist, erklärte der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Horst Vöge. Er appellierte am Mittwoch in Düsseldorf an Oberbürgermeister und Landräte, mit den großen Wohnungsunternehmen sowie organisierten privaten Vermietern in entsprechende Verhandlungen einzusteigen.

«Die explodierenden Preise für Lebensmittel und Energie wirken sich in Nordrhein-Westfalen besonders hart aus, sagte Vöge. «Die Krise trifft hier auf eine hohe Armutsquote und einen großen Niedriglohnsektor.» Der VdK begrüße zwar das von der Bundesregierung geplante Entlastungspaket III, jedoch müssten angesichts des Ausmaßes der Krise auch Länder und Kommunen Verantwortung übernehmen.

«Die Rekord-Inflation schraubt sich bis in die Mitte der Gesellschaft», mahnte der Verbandschef. Schon jetzt seien allein in NRW rund 350.000 Bedürftige auf Angebote der Tafeln angewiesen.

Der VdK fordert unter anderem die Einführung eines landesweiten Regionaltickets, die Abschaffung von Kita-Gebühren sowie Zuschüsse zu den Verpflegungskosten in Kita und Schule. Der Sozialverband vermisst beim Entlastungspaket der Bundesregierung «mehr Wucht» bei der Kindergelderhöhung und bei der Nachfolgeregelung zum 9-Euro-Ticket.

Vöge unterstrich darüber hinaus: «Nachdem der Gaspreis innerhalb eines Jahres um 65,9 Prozent gestiegen ist, muss die Bundesnetzagentur dafür sorgen, dass Ältere, Menschen in Pflege-Einrichtungen und Angehörige in ihrem letzten Lebensabschnitt keiner Eiszeit ausgesetzt werden». Ebenso wie der Sozialverband Deutschland (SoVD) bekräftigte der VdK außerdem seine Forderung nach einem «Sozialgipfel» mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Interessenverbänden Betroffener.