«Ich will Frieden»: Bedrückende Zeichnungen aus der Ukraine

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Zeichnungen sind in der Ausstellung «Mama, ich will den Krieg nicht» im Landtag ausgestellt.
Zeichnungen sind in der Ausstellung «Mama, ich will den Krieg nicht» im Landtag ausgestellt. Foto: Thomas Banneyer/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Raketen zerbomben Hochhäuser, Panzer rollen, Soldaten erschießen Soldaten, Kinder hocken mit angstvollen Gesichtern im Luftschutzkeller und vor zerstörten Häusern: Eine bewegende Ausstellung mit Zeichnungen von Kindern aus dem Ukraine-Krieg ist erstmals in Deutschland im nordrhein-westfälischen Landtag zu sehen. «Ich will Frieden», steht auf einem Bild.

Den aktuellen Bildern zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine werden zahlreiche historische Zeichnungen von polnischen Kindern aus dem Jahr 1946 gegenübergestellt, die ihre grausamen Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg und der deutschen Besatzung verarbeiteten. Auf den Zeichnungen sind brutale Massenerschießungen, Raub, Deportationen und Konzentrationslager zu sehen.

«Die Kinder sind Opfer und Zeugen dieser furchtbaren Aggression und der Kriegsverbrechen Russlands in der Ukraine», sagte die ukrainische Generalkonsulin Iryna Shum am Donnerstag im Landtag. Mehr als 380 ukrainische Kinder seien nach offiziellen Angaben seit Beginn der russischen Angriffe getötet und mehr als 740 verletzt worden. Die Ausstellung sei «für uns alle eine Mahnung dafür, dass die Welt heute alles tun sollte, damit diese Aggression beendet wird».

Für die von Polen initiierte Ausstellung «Mama, ich will den Krieg nicht» wurden 100 Werke aus rund 7000 historischen Zeichnungen polnischer Kinder und 10.000 Bildern ukrainischer Kinder ausgewählt. Die Bilder entstanden meist als therapeutische Maßnahmen. Der polnische Generalkonsul Jakub Wawrzyniak sagte: «Damals wie heute rauben und raubten die Aggressoren diesen unschuldigen Kindern ihre Kindheit, ihre Lebensfreude, ihre Geborgenheit und leider auch ihre Leben.»

Landtagsvizepräsidentin Berivan Aymaz sagte: «Die Ausstellung rüttelt auf und mahnt uns, die Menschen in der Ukraine weiter zu unterstützen und allen, die bei uns Schutz suchen, auch den Schutz zu bieten, den sie brauchen.»

Die Präsentation wird beim Familienfest zum Weltkindertag im Landtag an diesem Sonntag öffentlich gezeigt und macht bis zum 30. September Station im NRW-Parlament. Danach wandert sie weiter nach Brüssel und zu den Vereinten Nationen nach New York.