Museum untersucht das Verhältnis zwischen Mensch und Pflanze

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Gläser mit Pflanzen stehen in der Ausstellung «Grüne Moderne» im Museum Ludwig in Köln.
Gläser mit Pflanzen stehen in der Ausstellung «Grüne Moderne» im Museum Ludwig in Köln. Foto: Christian Knieps/dpa

Köln (dpa) – Unter dem Titel «Grüne Moderne» beschäftigt sich eine Ausstellung des Museums Ludwig in Köln von Samstag an mit der veränderten Sicht auf Pflanzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Damals hielten erstmals exotische Topfpflanzen wie Gummibäume und Palmen Einzug in deutsche Wohnzimmer, weil durch Kohleheizungen eine ausreichend hohe Temperatur auch im Winter sichergestellt war.

Der Besitz von Kakteen galt dabei als Ausweis einer antibürgerlichen Gesinnung. So wie zur Großwildjagd rückten Spezialisten auch zur Kakteenjagd aus, um mit besonders stattlichen Exemplaren zurückzukehren.

In dem Kinofilm «Das Blumenwunder» wurden dem großen Publikum 1926 erstmals Zeitraffer-Aufnahmen von Pflanzen vorgeführt. Diesen Bildern lagen Experimente etwa von BASF mit künstlichem Dünger zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion zugrunde. Dass die Pflanze lebe, sich bewege, einen Puls habe und ermüden könne, beschrieb der Physiker Jagadish Chandra Bose in seinem populären Buch «Die Pflanzenschrift». Dies führte dazu, dass in Film und Literatur der Weimarer Republik auch Horrorfantasien von Pflanzen in Mode kamen.

Die 130 Exponate stammen unter anderem von Hans Arp, Otto Dix, Max Ernst, Ernst Ludwig Kirchner, August Sander und Karl Schmidt-Rottluff.