Wülfrather Gruppe: Bezahlbarer Wohnraum schwer zu finden

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Ein Wohnhaus mit Hinterhof. Foto: pixabay
Ein Wohnhaus mit Hinterhof. Foto: pixabay

Wülfrath. Die Wülfrather Gruppe bringt einen Antrag zum Thema „Wohnungsbauförderung“ in den Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport ein. Die nächste Sitzung findet am 24. November statt. 

Konkret geht es der Fraktion darum, bezahlbaren Wohnraum in Wülfrath zu erhalten und entsprechend zu fördern. Laut Wülfrather Gruppe habe es im Stadtgebiet zum 31. Dezember 2021 ingesamt 521 geförderte Mietwohnungen gegeben. „Das sind zehn
Wohnungen weniger als ein Jahr zuvor“, so der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Peetz als Unterzeichner des Antrags. Bis zum 31. Dezember 2030 werde der Bestand um weitere 71 Wohnungen zurückgehen.

„Immer mehr Menschen haben ein Problem, bezahlbaren Wohnraum zu finden“, so die Wülfrather Gruppe. „Aufgrund der Baupreisentwicklung gibt es kaum noch Neubauten in diesem Marktsegment, sodass alle Anstrengungen darauf zu richten sind, bestehenden
preisgebundenen Wohnraum wenigstens zu erhalten“.

Darüber hinaus könne eine Zweckbindung auch für freie Wohnungen sowie für ohne Zweckbindung vermietete Wohnungen zusätzlich geschaffen werden. „Nachdem sich der in 2021 angestoßene Modellversuch in den Städten Bonn, Köln Düsseldorf und Münster als erfolgreich dargestellt hat, wurde die Förderung auf 67 Kommunen mit hohem Mietniveau (darunter Wülfrath) ausgeweitet.“

Die Fraktion beantragt, die Verwaltung solle Kontakt zu in Frage kommenden Vermietern aufnehmen, mit dem Ziel, „zusätzliche Mietbindungen bzw. Belegungsbindungen abzuschließen“.

Vermieterinnen und Vermieter könnten demnach in Wülfrath zwei Euro je Quadratmeter Wohnfläche pro Monat bis zu einem Zeitraum von zehn Jahren beantragen. Für diesen Zeitraum werden Belegungsrechte eingeräumt bzw. verlängert. Die WG ergänzt in ihrem Antrag: „Die Fördermiete für Wülfrath beträgt z.Zt. max. 6,40 €. Durch das Programm können Mieten, die z.B. 8,20 €/qm betragen auf 6,20 €/qm reduziert werden, ohne finanzielle Einbußen für Vermieterinnen bzw. Vermieter. Im Gegenzug erhält die Stadt Wülfrath ein Belegungsrecht.“

Basis sind die Bestimmungen zur Förderung des Erwerbs von Bindungen im Land Nordrhein-Westfalen.

Ähnlich sehen es auch CDU und Grüne: Beide Fraktionen machen auf das NRW-Förderprogramm „Absicherung von preisgebundenem Wohnraum“ aufmerksam. „Angesichts der hohen Bauland- und Baukosten will die Landesregierung mit dieser Förderung für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen, der den Wohnungssuchenden direkt und unkompliziert zur Verfügung steht“, so die Fraktionen. Letztendlich solle mit der Fördermaßnahme mehr Menschen, die Anrecht auf einen Wohnberechtigungsschein haben, preiswerter Wohnraum aus dem Bestand zur Verfügung gestellt werden können.