Haft für Vater wegen Drogenhandels: Tochter sollte mithelfen

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Eine geschlossene Pforte in einer Justizvollzugsanstalt.
Eine geschlossene Pforte in einer Justizvollzugsanstalt. Foto: Frank Molter/dpa/Symbolbild

Mönchengladbach (dpa/lnw) – Das Landgericht Mönchengladbach hat am Dienstag einen 48-Jährigen wegen Anbaus von und Handelns mit Drogen zu sechs Jahren Haft verurteilt. Seine wegen Beihilfe mitangeklagte 17 Jahre alte Tochter kam glimpflich davon. Sie wurde vom Gericht verpflichtet, ihren Schulabschluss zu machen.

Der Vater hatte im Prozess gestanden, in seiner Autowerkstatt in Niederkrüchten im Kreis Viersen eine Plantage mit über tausend Cannabispflanzen betrieben zu haben. Er bestritt aber, seine Tochter zur Mitarbeit gezwungen zu haben.

«Ab und zu haben mir Familienmitglieder geholfen – beim Tragen von Kisten und Kartons», sagte er. Bei der Polizei hatte die 17-Jährige das anders geschildert: Der Vater habe ihr gedroht, sie rauszuwerfen, falls sie nicht mithelfe. Im Prozess schwieg sie.

Die 17-Jährige, die bei den Großeltern in den Niederlanden wohnt, war im Februar mit ihrem Freund in Roermond zur Polizei gegangen und hatte gesagt, ihr Vater habe sie geschlagen. Dabei erzählte sie auch von der Arbeit mit den Drogenpflanzen. Die Polizisten verständigten ihre deutschen Kollegen, die in der Autowerkstatt des 48-Jährigen dann prompt eine «hochprofessionelle Plantage» entdeckten.

In seinen letzten Worten sagte der Angeklagte, er habe mit dem Erlös nur die Werkstatt und die beiden Kinder finanzieren wollen. «Wir haben nicht im Luxus gelebt», sagte er. Das Gericht hielt ihm sein Geständnis zugute und dass er nicht vorbestraft sei.

Die Ehefrau, gegen die noch ermittelt wird, brach bei der Urteilsverkündung in Tränen aus. Das Urteil für das Mädchen ist rechtskräftig, das für ihren Vater noch nicht.