Kreis Siegen will Wisent-Projekt am Rothaarsteig beenden

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Siegen (dpa/lnw) – Das Wisent-Projekt am Rothaarsteig soll beendet werden. Der Trägerverein Wisent-Welt-Wittgenstein könne die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine Weiterführung nicht schaffen, teilte der Kreis Siegen-Wittgenstein am Mittwoch mit. Es sei auch nicht möglich, einen Konsens für eine Weiterführung in der Region herzustellen. Um Deutschlands einzige freilebende Wisent-Herde gibt es seit Jahren Streit, auch vor Gerichten.

«Da die Voraussetzungen für ein auf Dauer angelegtes Ansiedeln der Wisente nicht gegeben sind, soll das Wisent-Projekt jetzt abgewickelt werden», erklärte der Kreis, ohne genauere Angaben zum Verfahren. Der Kreis verwies darauf, dass der Bundesgerichtshof die öffentlichen Dienststellen in die Pflicht genommen habe, den bisherigen Projektverlauf zu bewerten und daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Die Entscheidung sei «mehr als bedauerlich, aber unabweisbar notwendig.»

Zugleich warf der Kreis dem Trägerverein vor, einen «rechtlichen Kniff» anzuwenden, um sich seiner Verpflichtungen zu entledigen. Der Verein habe am Mittwoch die Herrenlosigkeit der Herde sowie die Kündigung der bisherigen Vereinbarung erklärt. Damit wolle man damit die Verantwortung auf die öffentliche Hand überwälzen.

Die Wisente waren 2013 unter großer öffentlicher Beachtung freigesetzt worden. Die auf 25 Tiere angewachsene Herde blieb aber nicht, wie erwartet, nur im Rothaargebirge, sondern streifte auch durch das benachbarte Sauerland, wo sie zum Ärger der Waldbesitzer an Buchen erhebliche Schäden verursachte.