Greenpeace: Früherer Kohleausstieg mit bitterem Beigeschmack

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Rauch steigt aus einem Kühlturm an einem Kohlekraftwerk.
Rauch steigt aus einem Kühlturm an einem Kohlekraftwerk. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht Licht und Schatten im geplanten früheren Kohleausstieg im Rheinischen Revier. Energieexperte Karsten Smid erklärte am Dienstag: «Das richtige Enddatum für den Kohleabbau 2030 erhält nun den bitteren Beigeschmack, dass der Kohleabbau am Tagebau Garzweiler zunächst sogar ausgeweitet werden soll und zusätzlich Braunkohlekraftwerke wieder ans Netz gehen – dies ist mit dem Beitrag Deutschlands zur 1,5- Grad-Grenze nicht vereinbar und muss korrigiert werden.» Trotz der aktuellen Krisenlage werde die klimaschädliche Braunkohle unter Lützerath nicht benötigt. «Versorgungssicherheit und Klimaschutz sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.»

Der Braunkohleausstieg im Rheinischen Revier soll auf 2030 vorgezogen werden und damit acht Jahre schneller als bislang geplant kommen. Zugleich sollen angesichts der derzeitigen Energiekrise zwei Kraftwerksblöcke, die nach derzeitiger Rechtslage Ende des Jahres stillgelegt werden sollten, bis ins Frühjahr 2024 weiterlaufen. Darauf haben sich das Bundeswirtschaftsministerium, das NRW-Wirtschaftsministerium und der Energiekonzern RWE verständigt.

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future kritisierte die Pläne, die Kohle unter der Siedlung Lützerath zu verfeuern und kündigte Proteste in Düsseldorf, Berlin, Duisburg, vor Ort in Lützerath und an zahlreichen weiteren Orten an: «Das grüne Wirtschaftsministerium hat hinter verschlossenen Türen mit dem fossilen Konzern RWE einen dreckigen Deal verhandelt – während die Klimakrise weltweit schon seit Jahren Menschenleben gefährdet und zerstört», so Linda Kastrup von Fridays for Future.