Trotz Tabellenführung: Weiter nur Vollgas für Baumgart

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Kölns Trainer Steffen Baumgart gestikuliert an der Seitenlinie.
Kölns Trainer Steffen Baumgart gestikuliert an der Seitenlinie. Foto: Marius Becker/dpa

Köln (dpa/lnw) – Steffen Baumgart ist niemand, der taktiert und sich mit Eventualitäten und Konstellationen beschäftigt. Für den Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln gibt es immer nur Vollgas. In jedem Spiel, in jedem Wettbewerb. Völlig unabhängig vom Gegner und der Ausgangsposition. Dementsprechend ändert sich die Herangehensweise vor dem dritten Gruppenspiel in der Conference League am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL) gegen Partizan Belgrad nicht durch den Sprung an die Tabellenspitze der Gruppe D.

«Wir planen nicht», sagte Baumgart: «Ich kann auch keine Ziele vorgeben, ob wir Erster oder Zweiter werden wollen. Wir wollen nach vorne spielen und zusehen, dass wir erfolgreich sind. Danach setzen wir uns hin und schauen, in welcher Tabellenposition wir sind.» Auch davon, dass die beiden folgenden Spiele gegen die Serben nach dem 1:1 in Nizza und dem 4:2 gegen Slovacko wegweisend sind, wollte Baumgart nichts wissen. «Jedes Spiel ist richtungweisend», sagte er: «Wir denken von Spiel zu Spiel. Aber wir haben eine gute Ausgangsposition.»

So sieht es auch Mark Uth, der nach rund zweimonatiger Verletzungspause wegen einer Adduktoren-OP vor seinem Comeback steht. «Zu Hause wollen wir das Spiel unbedingt gewinnen. Wenn wir unser Ding durchziehen, können wir auch den Gruppensieg holen», sagte Uth, der laut Baumgart im Normalfall zum Einsatz kommen wird und selbst etwa 20 Minuten für realistisch hält.

Allerdings wird der Verein nun sicher in den letzten beiden Auswärtsspielen in Belgrad am 13. und beim FC Slovacko am 27. Oktober auf seine Fans verzichten müssen. Mangels Erfolgsaussichten verzichtet der FC nämlich auf den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS und akzeptiert damit das UEFA-Urteil nach den Ausschreitungen von Nizza. Zudem hatte die UEFA den Verein zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt.

Abgesehen davon regiert in Köln inzwischen aber die pure Europacup-Freude, nachdem sie in den Play-offs vor der Unwägbarkeit des Ausscheidens und im ersten Gruppenspiel in Nizza sogar von den Ausschreitungen gedämpft wurde. «Der Wettbewerb hat sich sehr gut entwickelt. Da sind namhafte Mannschaften dabei», sagte Baumgart: «Für uns ist es ein schöner Erfolg, dabei sein zu dürfen. Dass in Köln solche Spiele besonders angenommen werden, wissen wir alle. Wir können hier so viel Positives bewegen, da hilft uns so ein Wettbewerb.»

Aufregung verspüre er vor jedem Spiel, «egal ob national oder international. Gerade, wenn ich sehe, was am Wochenende hier los war», sagte der Coach mit Blick auf das 3:2 am Samstag gegen Borussia Dortmund. «Aber ein bisschen Lampenfieber ist schon dabei», erklärte der 50-Jährige: «Wenn ich weiß, was da an Stimmung auf uns zukommt – wenn du da keine Freude hast, brauchst du den Job nicht machen. Da ich meinen Job aber sehr gerne mache, habe ich eine sehr große Vorfreude.»

Das gilt erst recht für Uth vor dem ersten Europacup-Spiel mit dem Club aus seiner Geburtsstadt. «Es weiß, glaube ich, jeder, wie heiß ich darauf bin», sagte der 31-Jährige: «Und ich denke, dass ich auch die ersten Minuten bekomme am Donnerstag.»