NRW knüpft Kulturförderung an Mindesthonorare für Künstler

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Düsseldorf/Berlin (dpa/lnw) – Nordrhein-Westfalen will ab Jahresbeginn 2023 Landesförderungen für Kultureinrichtungen verbindlich an Honoraruntergrenzen für Künstler knüpfen. Das kündigte NRW-Kulturministerin Ina Brandes (CDU) am Mittwoch nach einer Konferenz der Kulturminister (KMK) in Berlin an.

Konkrete Honorarvorgaben gebe es derzeit noch nicht, sagte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Der NRW-Landtag hatte im vergangenen November ein Kulturgesetzbuch verabschiedet, das solche Untergrenzen bereits vorsah.

Die KMK beriet in Berlin über eine Honorarmatrix als Orientierung für Empfehlungen in den Ländern. Diese Struktur sei in Abstimmung mit Fach- und Arbeitgeberverbänden entwickelt worden, teilte die KMK mit. Über einen konkreten Einsatz hätten die Länder einzeln in weiterer Abstimmung mit Verbänden – unter Berücksichtigung der Haushaltslage – zu entscheiden.

Die Untergrenzen für Basishonorare sollen jedenfalls so bemessen sein, dass die Künstler davon auch ihre Lebenshaltungs- und Betriebskosten bestreiten und sich absichern können. Brandes – derzeit KMK-Vorsitzende – betonte: «Künstlerinnen und Künstler haben ein Recht auf eine faire Bezahlung.»

Die Matrix solle jetzt in den Ländern konkret ausgestaltet werden und anschließend möglichst flächendeckend in ganz Deutschland zum Einsatz kommen. NRW werde dabei schon Anfang 2023 mit verpflichtenden Mindest-Honoraren bei Landesförderungen mit gutem Beispiel vorangehen, kündigte Brandes an.

Hintergrund ist die häufig prekäre Situation freischaffender Künstlerinnen und Künstler. Obwohl meist ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorliegt, bewegt sich deren Jahreseinkommen oft nahe der Armutsgrenze, wie die KMK mitteilte. Laut Statistik der Künstlersozialkasse belaufe es sich im Schnitt auf 16 737 Euro im Jahr.