Spiel’22 vor dem Start: Artenschutz und Rohstoffabbau im All

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Essen (dpa) – Gesellschaftsspiele haben nach zwei Boomjahren mit hohen Wachstumsraten in den vergangenen Monaten leicht an Umsatz verloren. Das allgemeine Interesse an Spielen bleibe aber auf «hohem Niveau», sagte Hermann Hutter vom Branchenverband Spieleverlage am Mittwoch in Essen. Dort beginnt an diesem Donnerstag mit 980 Anbietern aus 56 Ländern die nach Angaben des Veranstalters weltgrößte Messe für Gesellschaftsspiele – die Spiel ’22. Besucher können dort vier Tage lang rund 1800 Neuheiten rund um Karten-, Brett oder Würfelspiele testen.

Der messeveranstaltende Friedhelm Merz Verlag (Bonn) sprach trotz des jüngeren Umsatzminus von einem insgesamt «unglaublichen Wachstum in der Brettspielbranche». Die internationale Spiel’22 zeige auch deutlich die Bedeutung von Gesellschaftsspielen als Kulturgut. Das Interesse an Brettspielen sei nachhaltig, zeigte sich die Geschäftsführung überzeugt.

Unter den Neuheiten gehe es häufig um Natur und Tiere, es gebe aber nicht den einen, besonderen Trend, sondern: «Der Trend liegt in der Vielfalt», berichtete Geschäftsführerin Dominique Metzler. Der Deutsche Spielepreis geht diesmal an «Arche Nova», bei dem die Spieler einen wissenschaftlich geführten Zoo anlegen und weltweite Artenschutzprojekte unterstützen. Unter den sogenannten Expertenspielen wurde «Skymines» hervorgehoben, wo sich alles um Rohstoffabbau auf dem Mond dreht.

Bis August 2022 verzeichnete das klassische Brettspiel einen Rückgang um rund sieben Prozent im Vergleich zu den ersten acht Monaten 2021. «Das ist nichts Schlimmes», meinte Verbandschef Hutter. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 liege der Markt weiter «deutlich zweistellig im Plus». Spielen liege im Trend und habe gerade während der Corona-Krise noch einmal stark an Bedeutung gewonnen. Gefragt seien unter anderem Kartenspiele, Partyspiele und Angebote für Kinder.

Preissteigerungen für Papier und Energie sind Hutter zufolge bisher «nur im begrenzten Umfang» an die Konsumenten weitergegeben worden. Das Preisniveau für Spiele bleibe in Deutschland niedriger als bei den europäischen Nachbarn. Der Durchschnittspreis eines Gesellschaftsspiels hierzulande habe 2021 bei elf Euro gelegen.