Grundsteuer: Verband begrüßt Vorstoß zur Fristverlängerung

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Bis zum 31. Oktober müssen Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken und Immobilien erstmals eine Grundsteuererklärung abgeben. Der Verband Wohneigentum fordert weiterhin, die Abgabefrist zu verlängern. Foto: Zerbor/stock.adobe.com
Bis zum 31. Oktober müssen Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken und Immobilien erstmals eine Grundsteuererklärung abgeben. Der Verband Wohneigentum fordert weiterhin, die Abgabefrist zu verlängern. Foto: Zerbor/stock.adobe.com

Dortmund. Der Verband Wohneigentum NRW begrüßt den Vorstoß von Christian Lindner, der noch in dieser Woche mit den Bundesländern über eine Verlängerung der Abgabefrist für die Grundsteuererklärung verhandeln möchte.

„Die Fristverlängerung ist überfällig. Im Vorfeld fehlten zu viele Informationen, zu groß war das Technik- und Kommunikationschaos und zu groß sind noch immer die Verunsicherung und der Beratungsbedarf der Bürgerinnen und Bürger“, sagt Peter Preuß, Vorsitzender des Verband Wohneigentum NRW. Das Land Nordrhein-Westfalen und die anderen Bundesländer dürften einer Fristverlängerung deshalb nicht im Wege stehen, fordert der Vorsitzende der größten Verbraucherschutz-Organisation für selbstnutzende Wohneigentümer.

„Politik und Behörden selbst räumen sich viel Zeit für die Umsetzung der Grundsteuerreform ein. Von den Bürgern verlangen sie bisher aber eine Abgabe der Grundsteuererklärung in einem Zeitraum von nur vier Monaten. Das war von Anfang an unrealistisch und hat die Verunsicherung der Menschen nur noch verstärkt“, meint Preuß. Das belegt eine Umfrage des Verband Wohneigentum NRW unter 1.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern seiner Online-Webinare zur Grundsteuer: Fast 80 Prozent der Befragten empfinden die Erklärung als schwierig, über die Hälfte kritisiert das Informationsangebot der Finanzverwaltung und fast ein Drittel befürchtet, die Erklärung nicht selbstständig erstellen zu können.

Zudem empfiehlt Preuß: Wer die Grundsteuererklärung noch nicht abgegeben hat, sollte sich auch über die Angebote von verbrauchernahen Organisationen wie dem Verband Wohneigentum informieren. Hier werden Sie auf häufige Fehler oder Missverständnisse hingewiesen.

Positiv hervorheben will Preuß das Geodatenportal der Finanzverwaltung NRW, über das viele für die Erklärung benötigte Informationen schnell und einfach beschafft werden können. Ein Tipp für alle, die sich von den Elster-Formularen überfordert fühlen, sei die Grundsteuererklärung für Privateigentum – ein vereinfachtes Online-Steuerformular für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen. „Es ist wichtig, dass es verständlich formulierte Fragebögen zur Grundsteuererklärung gibt. Das zeigen die Rückmeldungen aus unseren täglichen Gesprächen oder unseren Webinaren mit insgesamt bald 10.000 Teilnehmern“, berichtet Preuß.

Wer mit dem Internet nicht klarkomme, dem helfen auch die Services der Finanzbehörden kaum weiter: „Viele Ältere fühlen sich überfordert. Das ist ein weiteres Argument für die Fristverlängerung. Die Behörden sollten diese Zeit nutzen, um ihre Beratungsangebote noch einmal aufzustocken“, findet Preuß.