Tritt von Bellingham: Rummenigge hat Verständnis für Referee

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Alphonso Davies (M) kämpft gegen Jude Bellingham (r) und Youssoufa Moukoko um den Ball.
Alphonso Davies (M) kämpft gegen Jude Bellingham (r) und Youssoufa Moukoko um den Ball. Foto: David Inderlied/dpa/Archivbild

Dortmund (dpa) – Rot oder nicht Rot – bei den Diskussionen über einen möglichen Platzverweis für den Dortmunder Jude Bellingham für den Tritt an den Kopf des Bayern-Spielers Alphonso Davies hat der frühere Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Partei für Schiedsrichter Deniz Aytekin ergriffen. «Wenn ich ehrlich bin, bin ich ein bisschen auch beim Schiedsrichter und habe Verständnis, dass er das Stadion nicht endgültig zum Kochen bringen wollte. Es wäre eine harte Entscheidung gewesen, ihn mit Gelb-Rot vom Platz zu stellen», sagte Rummenigge beim TV-Sender Bild am Sonntag.

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann hatte nach dem 2:2 im Top-Spiel am Samstag indes von einer klaren Fehlentscheidung gesprochen. «Wir hatten vor vier Monaten eine Schulung. Wenn du einen Spieler mit rohem Fuß ins Gesicht triffst, ist es glatt Rot. Das haben sie uns erzählt. Da gibt es nicht viel zu diskutieren. Er tritt ihm volle Kanne ins Gesicht. Das ist nicht Gelb, das ist eine Rote Karte», echauffierte sich der Coach beim TV-Sender Sky.

Davies musste mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Schiedsrichter Aytekin hatte auf eine Bestrafung verzichtet. «In der Szene hat mir die letzte Überzeugung gefehlt, da auf Gelb-Rot zu gehen und so ein Spiel zu entscheiden», sagte der Referee und merkte an, dass die erste Verwarnung gegen Bellingham eine «Kann-Gelbe-Karte» gewesen sei. «Ich kann jeden verstehen, der die Szene anders auslegt. Es gibt Situationen, die sind nicht schwarz und weiß», ergänzte Aytekin.

Nationaltorhüter Manuel Neuer sprach von einer spielentscheidenden Szene. «Meiner Meinung nach ist der Kopf nicht zu tief. Anfang der Saison wurde uns von den Schiedsrichtern erklärt, dass Kopftreffer eher geahndet werden mit einer Roten Karte. Das muss der Schiedsrichter abwägen. (…) Wir fordern da jetzt keine Rote Karte», sagte der Keeper.