Mutter aus Herne wegen Mordes vor Gericht

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Eine Figur der blinden Justitia.
Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Bochum (dpa/lnw) – Eine Mutter aus Herne soll in den Jahren 2011 und 2012 ihre beiden Söhne erstickt haben. Ein drittes Kind überlebte 2018 nur knapp. Seit Montag steht die 33-jährige Deutsche wegen Mordes in Bochum vor Gericht.

Regungslos verfolgte sie die Verlesung der Anklageschrift vor dem Schwurgericht. Dabei könnten die Vorwürfe gegen die Deutsche kaum härter sein: Die Frau soll vor etwa einem Jahrzehnt ihre beiden Söhne erstickt haben. Tayler wurde nur zweieinhalb Monate, Justin nur 19 Monate alt.

Der im Jahr 2015 geborene dritte Sohn Jason überlebte zweieinhalb Jahre später einen mutmaßlichen Mordanschlag seiner Mutter nur knapp. Auch ihm soll die Angeklagte zunächst die Atemwege mit einer Decke verschlossen haben. Schließlich habe sie ihr Vorhaben jedoch aufgegeben und den Notarzt alarmiert, heißt es in der Anklage.

Als eine Kinderärztin Jason später in der Klinik untersuchte und dabei von den beiden verstorbenen Brüdern erfuhr, schöpfte sie Verdacht. Eine Nachfrage bei den Ärzten, die vergeblich versuchten hatten, Tayler und Justin zu reanimieren, ergab, dass die Mutter in beiden Fällen seltsam emotionslos gewirkt habe. Nach dem Hinweis der Kinderärztin gab die Staatsanwaltschaft schließlich ein rechtsmedizinisches Gutachten in Auftrag. Im April 2022 wurde die Hernerin festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass die Mutter zur Mörderin wurde, weil sie mit der Betreuung der Kinder überfordert war. Sie habe weiterhin ein Leben ohne familiäre Verpflichtungen führen wollen, so die Anklageschrift. Die Frau lebte zwar die ganze Zeit über mit ihrem Ehemann zusammen. Dieser habe ihr jedoch nur wenig Unterstützung geboten. Während der Mann sich dem Verfahren nicht als Nebenkläger angeschlossen hat, werden die Interessen des überlebenden Sohnes von einem Rechtsanwalt vertreten. Der Junge soll inzwischen bei einer Pflegefamilie leben.

Das Bochumer Schwurgericht hat für den Prozess zunächst noch 18 Verhandlungstage bis zum 21. Dezember angesetzt.