Hochwasserschutz in Erftstadt-Blessem war unzureichend

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Ein Haus steht an der Abbruchkante zum Krater neben der Kiesgrube in Erftstadt-Blessem.
Ein Haus steht an der Abbruchkante zum Krater neben der Kiesgrube in Erftstadt-Blessem. Foto: Oliver Berg/dpa/Archiv

Köln (dpa/lnw) – Das Bild des riesigen Kraters in Erftstadt-Blessem nach der Flutkatastrophe vom Juli 2021 ging um die Welt – jetzt berichtet der «Kölner Stadt-Anzeiger», dass der Hochwasserschutz an der benachbarten Kiesgrube schon lange unzureichend gewesen sein soll. Seit 1996 habe sich kein ausreichender Hochwasserschutzwall an der südlichen Grenze des Tagebaus befunden, heißt es demnach in einem Zwischenbericht von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln teilte dazu mit, dass man den Artikel zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren wolle. Die Ermittlungen seien bei weitem noch nicht abgeschlossen. Dass die Dinge weiterhin im Fluss seien, erkenne man unter anderem auch daran, dass mittlerweile nicht mehr gegen zehn, sondern gegen zwölf Beschuldigte ermittelt werde.

Die Fluten hatten in Erftstadt-Blessem einen gewaltigen Erdrutsch ausgelöst, mehrere Häuser kippten von einem Moment auf den anderen ins Wasser. Eine Ursache dafür war in den Augen vieler Anwohner die angrenzende Kiesgrube, die sich immer weiter ausgedehnt hatte. Als Konsequenz aus der Katastrophe wird die Kiesgrube nicht mehr weiter betrieben. Stattdessen soll langfristig ein Naherholungssee entstehen. Der entstandene Krater selbst ist zum Teil mit Erde aufgefüllt worden und soll zu einem Auengebiet umgestaltet werden. Die Erft soll mehr Platz bekommen, so dass künftige Überschwemmungen ohne solch katastrophale Folgen bleiben.

Nach Informationen des «Kölner Stadt-Anzeiger» ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen vier teils pensionierte Kontrolleure der Bezirksregierung Arnsberg. Sie seien für Aufsicht und Sicherheitschecks der Kiesgrube zuständig gewesen.