Verkehrsminister: „9-Euro-Ticket“ für 49 Euro

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Das Nachfolgeticket könnte 49 Euro kosten - monatlich kündbar und bundesweit gültig. Foto: Volkmann
Das Nachfolgeticket könnte 49 Euro kosten - monatlich kündbar und bundesweit gültig. Foto: Volkmann

Kreis Mettmann/Berlin. Die Verkehrsminister von Bund und Ländern haben ihre Pläne für den Nachfolger des 9-Euro-Tickets vorgestellt. 

Die Pläne um einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket werden konkreter. Wie die Minister mittels Beschlusspapier auf einer Pressekonferenz mitteilten, halte man ein bundesweit gültiges ÖPNV-Ticket für möglich.

Das günstige Nahverkehrsticket im Sommer kam gut an bei der Bevölkerung, nicht allein aufgrund des Preises von lediglich neun Euro pro Monat, sondern auch aufgrund der Vereinfachung der ansonsten komplizierten Tarifstrukturen in den Verkehrsverbünden. Nun bestätigen auch die Verkehrsminister von Bund und Ländern, dass das Neun-Euro-Ticket ein voller Erfolg war.

Lange gab es zuvor Diskussionen: um den Preis, der zwischen 49 und 69 Euro liegen solle, um die bundesweite Gültigkeit sowie um die Finanzierung der Kosten.

Aktuell liegt nun ein Vorschlag auf dem Tisch, der preislich am unteren Ende der bislang ins Spiel gebracht Spanne liegt: Demnach sei eine Fahrkarte zum Preis von 49 Euro in einem „monatlich kündbaren Abonnement“ möglich. Bund und Länder wollen eine schnellstmögliche Einführung unterstützen. In den Plänen ist bislang von einem digitalen Ticket die Rede.

Ungeklärt ist weiterhin die Frage nach der Finanzierung. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) wies darauf hin, dass es diesbezüglich keine Einigung gebe. Der Bund solle offenbar 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zu Verfügung stellen – ab 2023. Angepeilt werden eine Kofinanzierung durch die Länder in gleicher Höhe. Dazu seien die Bundesländer grundsätzlich bereit, wie Bremens Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) als Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz in Bremerhaven mitteilt. Bedingung sei eine Verständigung über die Regionalisierungsmittel dieser Kofinanzierung. Die Mittel sollen nach Meinung der Länder ohnehin erhöht werden, um den ÖPNV finanzieren zu können. Damit beziehen die Länder sich auf einen großen Kritikpunkt, den schon das 9-Euro-Ticket verdeutlichte: die Liniendichte ist teils zu gering, die Auslastung auf einigen Strecken zu hoch, in ländlichen Gegenden fahren wenig Verkehrsmittel.

Der Nachfolger des 9-Euro-Tickets soll nach zwei Jahren überprüft werden. Wie es mit dem 49-Euro-Ticket nun weitergeht, muss nun zunächst die Ministerpräsidentenkonferenz entscheiden. Auch dort blieben die Finanzierungsfragen bislang offen.