Laumann: Bund muss mehr für kleine Betriebe tun

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Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Karl-Josef Laumann nimmt mit einem Schieber ein Brot aus dem Ofen.
Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Karl-Josef Laumann nimmt mit einem Schieber ein Brot aus dem Ofen. Foto: Guido Kirchner/dpa

Lengerich (dpa/lnw) – Bei einem Besuch einer Backstube in Lengerich im Münsterland hat Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann die Bundesregierung aufgefordert, in der Energiekrise mehr für kleine und mittlere Betriebe zu tun. «Die Maßnahmen der Bundesregierung sind bisher für Betriebe keine nennenswerte Hilfe. Das muss sich ändern. Preissenkende Maßnahmen sind jetzt dringend erforderlich», sagte der CDU-Politiker am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Rohstoff- und Energiepreise seien hoch, der Fachkräftemangel mache den Betrieben zu schaffen, und der Verlust der Kaufkraft führe zu weniger Konsum, sagte Laumann. «Kleine und mittlere Betriebe sind jedoch das Rückgrat unserer Gesellschaft. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu Wohlstand und Beschäftigung in unserem Land. Und so muss das auch bleiben.»

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, Thomas Kutschaty, forderte Hilfen vom Land. Vor allem Betriebe in akuter Not brauchten analog zu den Corona-Hilfen weitere Zuschüsse. «Hier muss das Land endlich selber Maßnahmen ergreifen und ein eigenes Unterstützungspaket auflegen.» Fototermine in der Backstube reichten nicht aus, sagte Kutschaty. Auch bei Thema Fachkräftemangel müsse Laumann selbst die Initiative ergreifen und das Thema auf die Tagesordnung setzen.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ging die Zahl der Betriebe und Beschäftigten im Bäckerhandwerk bereits vor der Corona-Krise in NRW zurück. Gab es 2008 landesweit 2272 Betriebe, waren es 2019 noch 1350. Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Beschäftigten von 51.067 auf 48.154 zurück. Dabei sank der Umsatz mit 3,34 Milliarden Euro um knapp 3,5 Prozent.