NRW-Verkehrsverbund dringt auf Einigung zum 49-Euro-Ticket

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Passagiere stehen an einem Bahnsteig vor einer einfahrenden S-Bahn.
Passagiere stehen an einem Bahnsteig vor einer einfahrenden S-Bahn. Foto: Sebastian Kahnert/dpa/Symbolbild

Gelsenkirchen (dpa) – Deutschlands größter Verkehrsverbund, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), dringt auf eine schnelle Einigung über die Finanzierung des 49-Euro-Tickets. «Sofern es nicht eine ausreichende Finanzierung gibt, kann ich meinen Gremien eigentlich nicht vorschlagen, ein solches Konzept abzusegnen», sagte VRR-Vorstandsmitglied José Luis Castrillo der «Rheinischen Post» (Mittwoch). Bund und Länder müssten sich nach monatelangen Verhandlungen verständigen.

Der VRR benötigt im kommenden Jahr laut Castrillo 520 Millionen Euro, um die weiteren Folgen des Corona-Fahrgasteinbruches sowie das geplante 49-Euro-Ticket zu finanzieren. Das Ticket verändere insgesamt die Tarifangebote: «Wenn wir bundesweit gültige Abos für 49 Euro verkaufen, kann ich mir Einzelfahrten für fünf oder acht Euro für eine Fahrt schwer vorstellen.»

Das bundesweite 49-Euro-Ticket soll zum 1. Januar kommen, wie Bundesverkehrsminister Volker Wissing angekündigt hatte. Finanzierungsfragen zwischen Bund und Ländern sind aber offen. Der Bund hatte zugesagt, ein Nachfolgeticket des 9-Euro-Tickets mit 1,5 Milliarden Euro zu finanzieren – wenn die Länder mindestens den gleichen Betrag zur Verfügung stellen. Die Länder sind aber nur zu einer Mitfinanzierung bereit, wenn es vor dem Hintergrund gestiegener Energiekosten eine Verständigung über eine Anhebung der Regionalisierungsmittel in Milliardenhöhe gibt.

Castrillo kann sich laut «RP» auch ein von den NRW-Verbünden angebotenes, etwas günstigeres NRW-Abo zusätzlich zum Bundesabo vorstellen. «Ein solcher Gedanke würde naheliegen, auch weil wir ja ein so großes Bundesland sind.» Die Verkehrsunternehmen des VRR bieten im Ruhrgebiet und am Niederrhein täglich rund 2,4 Millionen Fahrten mit Bus und Bahn an.