Landgericht: Milderes Urteil zum Unfalltod eines Sängers

32
Blick auf ein Schild vor dem Landgericht Bielefeld.
Blick auf ein Schild vor dem Landgericht Bielefeld. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Bielefeld (dpa) – Das Landgericht Bielefeld hat nach dem Unfalltod des serbischen Popstars Saban Saulic das erstinstanzliche Urteil gegen den Unfallfahrer, einen 37-Jährigen, abgemildert. Das Gericht verhängte am Mittwoch eine Freiheitsstrafe von drei Jahren wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen, fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs, vorsätzlichen Fahrens ohne Führerschein und vorsätzlicher Körperverletzung. Das Amtsgericht Gütersloh hatte im Januar 2022 noch drei Monate mehr verhängt. Drei Monate der Strafe gelten wegen der überlangen Verfahrensdauer als verbüßt.

Denn bereits im Februar 2019 war der Angeklagte alkoholisiert und unter Drogeneinfluss stehend auf der Autobahn 2 bei Gütersloh auf das Auto der insgesamt drei serbischen Musiker aufgefahren. In einer Baustelle war der Angeklagte, der dazu noch nie einen Führerschein besessen hatte, mit dem Wagen eines Bekannten mit mindestens 156 Stundenkilometer unterwegs.

Er hätte den vorausfahrenden Wagen aber sehen können und zwölf Sekunden Zeit gehabt, um zu reagieren. Der Unfall wäre so vermeidbar gewesen, stellte ein Unfallanalytiker in dem Prozess fest. Durch den ungebremsten Aufprall erlitten die drei Männer schwerste Verletzungen. Der 67-jährige Saulic starb kurze Zeit nach dem Aufprall mit gerissenerer Halsschlagader. Sein Keyboarder erlag wenige Tage später einem Schädelhirntrauma. Der dritte Mitfahrer ist seit dem Unfall krank und berufsunfähig.

Das Gericht senkte die Strafe um drei Monate, weil der Angeklagte ein ausführlicheres Geständnis ablegte, Reue zeigte und nicht vorbestraft ist. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Vertreter der Nebenkläger plädierte dafür, das erstinstanzliche Urteil bestehen zu lassen.