Geteiltes Echo auf Hilfspaket für Tafeln

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Kunden einer Tafel packen ihre Tasche mit Lebensmitteln voll.
Kunden einer Tafel packen ihre Tasche mit Lebensmitteln voll. Foto: Federico Gambarini/dpa/Symbolbild

Neuss/Essen (dpa/lnw) – Das Hilfspaket der Landesregierung für die Tafeln in Nordrhein-Westfalen hat ein geteiltes Echo bei den Vereinen hervorgerufen. «Der Landesverband Tafeln NRW dankt – auch im Namen der einzelnen Tafelvereine – für die Zuwendungen des Landes, die zur Fortsetzung unserer karitativen, ehrenamtlichen Arbeit beitragen», erklärte Evi Kannemann, kommissarische Vorstandsvorsitzende von Tafel NRW e.V. Der Vorsitzende der Essener Tafel, Jörg Sartor, sieht das hingegen als einen Einstieg in dauerhafte Subventionen und sorgt sich deshalb um die Unabhängigkeit der Tafeln. «Die Unabhängigkeit wird in Frage gestellt», sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Außerdem bewertet Sartor eine dauerhafte finanzielle Unterstützung der Tafeln als Eingeständnis der Regierung, dass die Sozialleistungen nicht ausreichend seien. «Das Land gibt doch damit zu: «Wir machen zu wenig»», erklärte er. Die Essener Tafel gehe inzwischen dazu über, auch Geringverdiener oder Alleinverdiener aufzunehmen, die es schwer hätten, über die Runden zu kommen. Dagegen hat der Vorsitzende der Essener Tafel bei Ad-hoc-Maßnahmen wie Gelder für dringend benötigte Masken und Luftfilter in der Corona-Krise keine Bedenken. Laut Sartor gibt es bei den Tafeln im Land durchaus unterschiedliche Ansichten.

Die Landesregierung hatte am Vortag ein rund zwei Millionen Euro umfassendes Hilfspaket für die Tafeln und weitere Verteiler von Lebensmitteln bekanntgeben. Der Landesverband der Tafeln und die 172 lokalen Tafeln in Nordrhein-Westfalen erhalten daraus nach Angaben des Sozialministeriums etwa 1,4 Millionen Euro, kleinere Initiativen, die nicht Mitglied des Verbandes sind, rund 600.000 Euro.

Die Gelder sollen steigende Energie- und Lebensmittelpreise abfedern. Die Tafeln und Lebensmittelverteiler können den Angaben zufolge für die Monate Oktober 2022 bis Februar 2023 jeweils bis zu 1500 Euro zur Finanzierung gestiegener Ausgaben für Kraftstoffe, Energie und Heizung sowie zur Finanzierung laufender Betriebsausgaben wie etwa Mieten oder Geschirr beantragen. Insgesamt stünden pro Einrichtung bis zu 7500 Euro für diesen Zeitraum zur Verfügung. Ziel ist laut Sozialministerium eine Verstetigung der Förderung. Wie das umgesetzt werden könne, werde derzeit geprüft.