Laumann: Bund muss Fragen zu Würgassen beantworten

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Karl-Josef Laumann äußert sich in der Staatskanzlei.
Karl-Josef Laumann äußert sich in der Staatskanzlei. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Beverungen (dpa/lnw) – Bei einem Besuch in Beverungen im Kreis Höxter hat Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) den Bund aufgefordert, noch offene Fragen zum geplanten Bereitstellungslager Würgassen für das Endlager Schacht Konrad in Niedersachsen zu beantworten. Bereits im August hatten die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen eine beim TÜV Nord beauftragte Studie vorgestellt, wonach die Notwendigkeit für das Bereitstellungslager auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerkes Würgassen nicht begründbar sei. Für die effiziente Einlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Stoffen in das Endlager sei das Bereitstellungslager nicht nötig.

«Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) hat bislang die Notwendigkeit nicht nachgewiesen. Unsere Studie zeigt, dass das Endlager Konrad mit und ohne Bereitstellungslager befüllt werden kann. Die Dauer der Befüllung hängt in beiden Varianten stark von organisatorischen Fragen ab, die bisher ungeklärt sind», sagte Laumann bei einer Pressekonferenz im Anschluss an Gespräche mit Vertretern einer Bürgerinitiative und der Politik am Freitag. Laumanns ist als Arbeitsschutzminister auch für strahlenschutzrechtliche Genehmigungen zuständig.

«Die wichtigste Währung in der Politik ist Vertrauen. Und Transparenz schafft Vertrauen. Daher werden wir am Ende nur dann die bestmögliche Lösung finden können, wenn transparent alle Fakten auf den Tisch kommen», sagte der Minister. Laut früheren Angaben der für die Planung zuständigen Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) ging es nie um die Frage, ob das Logistikzentrum insgesamt unverzichtbar wäre, sondern um das Tempo bei der Einlagerung.

Geplant ist, schwach- und mittelradioaktiven Müll aus den Zwischenlagern im Bereitstellungslager «Logistikzentrum Konrad» am ehemaligen Atomkraftwerk Würgassen (Kreis Höxter) an der Weser zu sammeln und dann gebündelt ins rund 120 Kilometer entfernte Salzgitter zu liefern. Dort wird ein ehemaliges Eisenerzbergwerk zum Endlager umgebaut, das 2027 in Betrieb gehen soll. Gelagert werden dort nicht etwa hochradioaktive Brennelemente – für die es in Deutschland nach wie vor kein Endlager gibt – sondern laut BGZ schwächer Kontaminiertes aus stillgelegten Atomkraftwerken: Arbeitskleidung, Putzlappen, ausgediente Anlagenteile, Filter oder Kabel. Dazu kommen Abfälle aus der Forschung und der Medizin.