«Ein gebrauchter Tag»: Köln erlebt 0:5-Debakel in Mainz

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Der Mainzer Karim Onisiwo (r) und Kölns Nikola Soldo beim Kopfball.
Der Mainzer Karim Onisiwo (r) und Kölns Nikola Soldo beim Kopfball. Foto: Thomas Frey/dpa

Frankfurt/Main (dpa) – Die Fans des 1. FC Köln feierten ihre emotionslos vor der Tribüne aufmarschierten Fußball-Profis wie Sieger. Dabei hatten sie im Bundesligaspiel beim FSV Mainz 05 eine herbe 0:5 (0:3)-Pleite kassiert und einen «Freitagabend zum Vergessen» erlebt, wie der Titel auf der Homepage für den Spielbericht lautete. «Wir haben insgesamt kein gutes Spiel gemacht. Man muss klarer in den Aktionen und der Verteidigung sein», kritisierte Kölns Cheftrainer Steffen Baumgart und ärgerte sich besonders darüber, erneut in Rückstand geraten zu sein: In elf Spielen ist das nun schon das neunte Mal gewesen.

«Das war ein Spiel, das werde ich ganz schnell abhaken», meinte der Coach. Man habe «5:0 auf den Arsch gekriegt»: «Das gehört leider im Fußball dazu. Uns tut es weh, aber da müssen wir durch.» Spielentscheidend war der Doppelfehler von Luca Kilian. Erst verursachte er einen Strafstoß durch ein Foul an Karim Onisiwo, den Marcus Ingvartsen (11. Minute) zur Führung verwandelte, dann attackierte er Onisiwo (28.) ein zweites Mal und musste nach Gelb-Roter-Karte vom Platz. «Die Gelb-Rote Karte war der nächste Schlag ins Genick», befand Baumgart. 

Die Gastgeber nutzten das Überzahlspiel zu weiteren vier Treffern durch Dominik Kohr (35.), Anton Stach (40.) Aaron (73.) und Onisiwo. «Ein komplett gebrauchter Abend für uns heute. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, die man sich auf diesem Niveau nicht erlauben kann», klagte Kölns Sportlicher Leiter Thomas Kessler. Allerdings beschwerte er sich nicht nur über die eigene schlechte Leistung, sondern auch über eine angebliche regelwidrige Ausführung des Elfmeters. Der Däne Ingvartsen soll dabei «nachweislich den Ball zweimal berührt haben» – mit dem Standbein. «Und da frage ich mich ganz ehrlich, warum das in Köln nicht gesehen wird», sagte Kessler.

Der Video-Schiedsrichter war allerdings nicht eingeschritten. «Die Vermutung ist durchaus berechtigt. Auch wir haben eine Lupe draufgelegt. Wir haben uns das in Köln 100 Mal angeschaut», sagte DFB-Projektleiter Jochen Drees beim Internet-Sender DAZN. «Die Kollegen haben das sehr akribisch gemacht, aber nicht zweifelsfrei belegen können, dass es so ist.» Baumgart wollte sich der Kritik seines Sport-Managers nicht anschließen: «Der Elfmeter ist gepfiffen worden, er war aber nicht spielentscheidend. 0:5 ist ganz eindeutig.