70 Betten auf Kinder-Intensivstationen in NRW verfügbar

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Eine Pflegekraft steht auf einer Intensivstation in einem Zimmer und bedient eine Herz-Lungen-Maschine.
Eine Pflegekraft steht auf einer Intensivstation in einem Zimmer und bedient eine Herz-Lungen-Maschine. Foto: Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Von 301 Betten auf Kinderintensivstationen in Nordrhein-Westfalen waren Anfang September noch 70 frei verfügbar. Die anderen Betten waren mit kleinen Patientinnen und Patienten belegt. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion hervor, die der «Neue Westfälischen» und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bereits seit Mitte 2021 sind demnach einer Auflistung des Informationssystems Gefahrenabwehr zufolge von durchschnittlich 300 Betten je nach Monat zwischen 70 und 100 Betten verfügbar gewesen.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf standen zum 1. September von 82 Betten in der Kinderintensivmedizin noch 18 frei zur Verfügung, im Regierungsbezirk Köln waren es von 72 Betten 18. Im Regierungsbezirk Münster lag das Verhältnis bei 45 zu 7, im Regierungsbezirk Detmold bei 45 zu 8. Im Regierungsbezirk Arnsberg standen von 57 Kinderintensivbetten 19 zur Verfügung. Neben den Kinderintensivbetten werden landesweit 543 Betten in der speziellen Frühgeborenen-Versorgung (Neonatologie) vorgehalten.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) führte in der Antwort «die grundsätzliche Knappheit pflegerischen Personals» auf das Ausbildungsverhalten der vergangenen Jahre zurück. Daher habe das Ministerium zahlreiche Maßnahmen zur Steigerung der Ausbildung in den pflegerischen Berufen auf den Weg gebracht.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Thorsten Klute, kritisierte in der «Neuen Westfälischen » (Samstag), dass die Kinderkrankenpflege in der gemeinsamen Ausbildung von Pflegekräften in Krankenhäusern und in Senioreneinrichtungen kaum eine Rolle spiele. Medizinische und pflegerische Handlungen an Kindern erforderten einen viel höheren Betreuungsaufwand als an Erwachsenen. «Das macht den Druck auf das Personal in der Kinderkrankenpflege noch größer, als er ohnehin schon ist», so Klute.