Waldbesitzer klagen über gewerbliche Pilzsucher: Waldschäden

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Ein Pilzsucher bei der Arbeit.
Ein Pilzsucher bei der Arbeit. Foto: Robert Günther/dpa-tmn/dpa/Archivbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Der Waldbauernverband NRW beklagt gewerbliche Pilzsuchertrupps, die die teuren Pilze kilo- oder gar zentnerweise aus dem Wald holen. Die Profi-Sammler kämen mit Stirnlampen, Trillerpfeifen, Funkgeräten für die Kommunikation untereinander und riesigen Körben, kritisierte der Verband, der sich als Sprachrohr für die rund 150 000 privaten Waldeigentümer in NRW sieht. «Bei einzelnen Polizei-Aktionen wurden schon mal zentnerweise Steinpilze bei mehrköpfigen, gut organisierten Sammlergruppen sichergestellt.»

Wildlebende Pilze dürfen in Deutschland in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf mitgenommen werden. In der Praxis gingen die Behörden dabei von zwei Kilogramm pro Sammler und Tag aus, was schon ziemlich viel sei, so der Verband. Die Sammeltrupps gingen darüber aber weit hinaus. Dabei gehe es ihnen ums Geld – Steinpilze kosten pro Kilogramm im Handel deutlich mehr als 100 Euro.

Auf seinen Protest hin sei er beschimpft worden, berichtete einer der betroffenen Waldbesitzer, Karl-Josef Frielinghausen. Dabei hätten Pilzsucher eine Umzäunung einer frisch aufgeforsteten Waldfläche niedergetrampelt. Neuanpflanzungen würden durch das flächendeckende Absammeln von Pilzen beschädigt und das Wild beunruhigt, beklagen die Waldeigentümer. «Helfen könnte eine konzertierte Aktion aller Ordnungskräfte von Polizei, Kommunen und Landesbetrieb Wald und Holz», sagte der Vorsitzende des Verbandes, Philipp Freiherr Heereman.