Stuttgart setzt weiter auf Interimslösung Wimmer

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Sven Mislintat.
Sven Mislintat. Foto: Tom Weller/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa/Archivbild

Dortmund (dpa) – Von branchenüblichen Mechanismen wollte Sven Mislintat nichts wissen – trotz des heftigen Rückschlages. Nach dem 0:5 bei Borussia Dortmund zeigte der Sportdirektor des VfB Stuttgart eine im Profi-Fußball eher unübliche Reaktion. Anders als erwartet stärkte er Interimscoach Michael Wimmer demonstrativ den Rücken und warb um mehr Zeit bei der Suche nach einem Nachfolger von Pellegrino Matarazzo.

«Michael Wimmer bleibt bis zur Winterpause Trainer des VfB Stuttgart. Wir haben uns relativ bewusst entschieden, mit Michi weiterzugehen bis zu diesem Spiel und können auch hier ganz klar sagen, dass das bis zur Winterpause Bestand hat», verkündete Mislintat bei Sky.

Der noch in der Kabine von Mislintat über diese Entscheidung informierte Wimmer schien überrascht und gab sich kämpferisch: «Natürlich freut man sich über den Vertrauensbeweis. Wir wissen, was zu tun ist und werden gegen Augsburg ein anderes Gesicht zeigen.» Selbst ein längerer Verbleib der vermeintlichen Übergangslösung scheint nicht ausgeschlossen. En passant erklärte Mislintat den 42-Jährigen zu einem der drei Kandidaten für die Chefcoach-Position. Wimmer habe die «richtigen Triggerpunkte» in der Mannschaft gefunden, kommentierte er mit Verweis auf die beiden ermutigenden Auftritte zuvor gegen Bochum (4:1) und Bielefeld (6:0).

Damit bleibt der im bayerischen Dingolfing geborene Wimmer in den bis zum WM-Start vier verbleibenden Bundesliga-Partien gegen Augsburg, Mönchengladbach, Hertha BSC und Leverkusen in der Verantwortung. Erst nach dem 15. Spieltag soll entschieden werden. «Wir werden sehr sauber und mit der nötigen Zeit für eine Topentscheidung die Gespräche führen. Michi ist dann einer von drei Kandidaten. Die Höhe der Niederlage ändert nichts an unserer Bewertung», sagte Mislintat.

Wer die beiden angeblichen Top-Kandidaten sein sollen, ließ der Sportdirektor jedoch offen. Zuletzt waren der vereinslose Däne Jess Thorup sowie Alfred Schreuder von Ajax Amsterdam gehandelt worden. Doch Schreuder hatte zuletzt erklärt, dass er kein Interesse an einem Job beim VfB habe.