Ex-Mitarbeiter des Ausländeramtes verurteilt

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Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Krefeld (dpa/lnw) – Weil er seinem Drogendealer eine Aufenthaltsbescheinigung erteilt hat, ist ein Ex-Mitarbeiter des Krefelder Ausländeramts wegen Korruption verurteilt worden. Das Krefelder Amtsgericht sprach den 26-Jährigen am Montag wegen Vorteilsnahme und Drogenerwerbs schuldig und verhängte acht Monate Haft auf Bewährung gegen ihn.

Laut Anklage hatte er vor zwei Jahren als Gegenleistung für eine Aufenthaltsbescheinigung 30 Gramm Marihuana angenommen. Der Richter wertete das aber nicht wie angeklagt als Bestechlichkeit, sondern als Vorteilsnahme.

Von der Aufenthaltsbescheinigung soll der Kopf einer Drogenbande profitiert haben. Weil er damals bereits von Ermittlern überwacht wurde, geriet auch der Sachbearbeiter im Ausländeramt ins Visier der Polizei.

Dabei fiel auf, dass der 26-Jährige regelmäßiger Drogenkäufer war. 120 Drogenkäufe gestand er vor Gericht, die Bestechlichkeit im Amt aber bestritt er. Er habe zwar seinem Dealer einen Aufenthaltstitel ausgestellt, von ihm dafür aber keine konkrete Gegenleistung bekommen.