Neue Ausstellung über Oberschlesien im Landesmuseum

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"Grenzgänger. Alltag in einem geteilten Land" lautet der Titel der Ausstellung. Foto: Elsner, Sammlung SHOS

Ratingen. Am 13. November eröffnet im Oberschlesischen Landesmuseum die neue Ausstellung „Grenzgänger. Alltag in einem geteilten Land“.

Mit der Sonderschau greift das Oberschlesische Landesmuseum das komplexe Thema der Teilung Oberschlesiens auf und bringt den Besucherinnen und Besuchern näher, mit welchen Problemen die Bevölkerung beiderseits der Grenze im Alltag konfrontiert war, welche rechtlichen Regelungen das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben schützten, welches Konkurrenzdenken zwischen dem deutschen und dem polnischen Landesteil herrschte und wie an die Zeit der Teilung in späteren Jahrzehnten erinnert wurde.

Die Ausstellung knüpft aber auch an das zeitgeschichtliche Ereignisse und aktuelle gesellschaftspolitische Prozesse in Europa an: Ob die Separationstendenzen in Katalonien, im Baskenland, in Schottland, Flandern oder Südtirol, oder die militärisch ausgefochtenen Konflikte auf dem Balkan, in der Region Berg-Karabach, in Georgien, Nordirland oder Transnistrien – immer wieder sind es ethnisch-sprachlich-kulturelle Grenzräume, in denen Konflikte ausbrechen oder der „Schutz der eigenen Landsleute“ den Aggressoren als Vorwand für ihre Angriffskriege dient, wie zuletzt besonders dramatisch in der Ukraine, mit globalen Folgen.

Die Teilung Oberschlesiens wird somit als historisches Beispiel für Grenzlandkonflikte in Europa behandelt, anhand dessen die Komplexität derartiger Auseinandersetzungen mitsamt den möglichen Folgen und verschiedenen Lösungsvorschlägen zu deren Beilegung diskutiert werden sollen. Um dem umfassenden bildungspolitischen Anspruch gerecht zu werden, beschäftigt sich das Rahmenprogramm dieser Sonderausstellung ergänzend mit anderen, ähnlich gelagerten Konflikten. Wie schon die vorangegangene Ausstellung zum Plebiszit in Oberschlesien entsteht auch die aktuelle Sonderausstellung in deutsch-polnischer Kooperation.

„Diese deutsch-polnische Zusammenarbeit gedeiht abseits aller politischen Spannungen auf der Arbeitsebene, in Kultur und Wissenschaft, sehr gut, wie wir bereits im Zusammenhang mit der Plebiszit-Ausstellung, unserer internationalen wissenschaftlichen Tagung zum Thema und dem Filmprojekt ‚Ein europäischer Konflikt. Der Abstimmungskampf um Oberschlesien 1921‘ im vergangenen Jahr bewiesen haben“, so der Kulturreferent für Oberschlesien, David Skrabania. „Daran knüpfen wir nun an, in der Überzeugung, damit auch einen Beitrag zur Völkerverständigung und deutsch-polnischen Freundschaft zu leisten.“

Die Sonderausstellung ist gegliedert in fünf Themenbereiche: Vorgeschichte, Genfer Konvention für Oberschlesien, Kuriosität der Grenze, deutsch-polnische Konkurrenz in der geteilten Region und Erinnerungen an die Grenzziehung in Oberschlesien. Die von der Kulturstiftung der Länder und dem Land Nordrhein-Westfalen geförderte Ausstellung wird kuratiert von David Smolorz und David Skrabania.