Netflix mit Werbung kostet rund 5 Euro pro Monat. Foto: Volkmann
Netflix mit Werbung kostet rund 5 Euro pro Monat. Foto: Volkmann

Inzwischen bietet der Streaming-Dienst Netflix mit dem „Basis-Abo ohne Werbung“ ein vergünstigtes Abonnement an. Für 4,99 Euro monatlich gibt es Filme und Serien, allerdings mit Werbung und Einschränkungen. 

Als der Streaming-Trend in Deutschland begannt, wurden Zuschauer verwöhnt: Viele neue Filme und Serien sowie günstige Preise lockten viele in die Abonnements. Inzwischen ist Streaming nicht nur deutlich teuer, es gibt gleichzeitig auch mehr Auswahl bezüglich der Anbieter. Marktführer Netflix musste Federn lassen, verlor durch die Konkurrenz von Amazon Prime, Disney+ und Co zahlreiche Abonnenten.

Als neue Lockangebote sollen nun vergünstigte Streaming-Lösungen mit Werbung her. Amazon hat mit Freevee einen solchen Dienst an den Markt gebracht, Disney möchte noch, Netflix hat es jüngst getan. Für 4,99 Euro monatlich gibt es bei dem immer noch größten Anbieter mit Sitz im kalifornischen Los Gatos aktuelle Filme und Serien zu einem niedrigeren Preis. Der Haken: Werbung.

Was bislang der größte Vorteil des TV-Streamings war – nämlich Werbefreiheit – wird nun schrittweise aufgeweicht. Rund drei Euro sparen Kunden mit dem „Basis-Abo mit Werbung“ bei Netflix im Vergleich zur nächsthöheren Abonnement-Stufe.

Dafür muss man sich im Gegenzug nicht nur mit Werbespots, sondern auch einigen weiteren Einschränkungen arrangieren. Zunächst ist das Basis-Abo mit Werbung nicht auf allen Geräte verfügbar. Auf der Netflix-App für Windows funktioniert es nicht, auch bei Google-Devices Chromecast und Chromecast Ultra klappt es nur mit einem Upgrade des Abonnements. Auf dem Chromecast mit Google TV läuft auch das werbegestützte Billig-Abo allerdings.

Und: Auf dem Apple TV und der PlayStation 3 wird das neue Budget-Abonnement ebenfalls nicht unterstützt.

Problematisch ist vor allem das Programmangebot. Längst nicht alle Filme und Serien, die Netflix-Abonnenten im Rahmen ihrer regulären Abonnements anschauen können, sind auch im neuen Basis-Abo verfügbar. Das liegt mitunter offenbar an den vertraglichen Vereinbaren, die Netflix beim Einkauf der Serien und Filme geschlossen hat. Zu diesem Zeitpunkt gab es die Werbung im Stream nämlich nicht, also muss der Anbieter nun nachregeln und neu verhandeln. Einige zugkräftige Formate fehlen daher zumindest zum Start.

Immerhin: Das noch neue Mobile Gaming von Netflix ist enthalten.

Auch bezüglich der Streaming-Qualität muss man im Billig-Abo einige Abstriche machen. Man schaut in 720p, also einer Auflösung von 1280×720 Pixeln. Das entspricht HD-Qualität. Wer ein feineres Bild in Full-HD oder gar Ultra-HD möchte, muss 12,99 oder 17,99 Euro pro Monat zahlen. Filme und Serien schauen kann man mit dem Basis-Abo auf einem Gerät gleichzeitig – läuft das Fernsehgerät etwas für eine Session der Lieblingsserie im Wohnzimmer, war es das. Nichts geht mehr. Auch hier gilt: Wer auf zwei oder mehr unterstützenden Geräten gleichzeitig unterhalten werden möchte, muss tiefer in die Tasche greifen und mindestens das Standard-Abo über 12,99 Euro abschließen.

Die Werbeeinblendungen selbst sind hingegen kaum störend, wenn auch nicht gleichmäßig verteilt. Kurze Einzelspots dauern meistens bis 15 Sekunden, größere Werbeblöcke rund eine Minute oder etwas darüber. Adblocker oder ähnliche Software hilft beim Anschauen im Browser übrigens nicht.

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