Endgültiges Aus für Siegel-Musical «’N bisschen Frieden»

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Ralph Siegel bei seiner Musical-Premiere.
Ralph Siegel bei seiner Musical-Premiere. Foto: Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Duisburg (dpa) – Drei Wochen nach der rauschenden Premiere mit viel Prominenz steht das Aus des neuen Ralph-Siegel-Musicals «’N bisschen Frieden – Rock’n’Roll Summer» in Duisburg fest. Die eigens gegründete Produktionsfirma NBF Musical Production GmbH habe einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, bestätigte Geschäftsführer Wolfgang DeMarco. Der schlechte Ticket-Vorverkauf für die Vorstellungen am Theater am Marientor lasse einen wirtschaftlich sinnvollen Betrieb nicht zu, begründete der Duisburger Theaterchef und Executive Producer DeMarco. Für die Pleite machte er vor allem die «aktuelle allgemeine Krisen-Situation» sowie gestiegene Energiepreise und Lebenshaltungskosten verantwortlich.

Ursprünglich waren nach der Premiere am 20. Oktober 34 weitere Vorstellungen bis Ende Dezember geplant. Nur sechs Tage nach dem Debüt und einer Handvoll Aufführungen waren zunächst alle für Oktober und November geplanten Vorstellungen abgesagt worden. Gleichwohl war da noch der Wiedereinstieg für den 16. Dezember mit 15 Vorstellungen rund um Weihnachten vorgesehen und angekündigt worden. Dann sollte auch Schauspieler und Zugpferd Heinz Hoenig («Das Boot», «Der große Bellheim»), der kürzlich mit 71 Jahren gerade noch einmal Vater eines Sohnes wurde, dabei sein. Daraus wird nun nichts mehr.

Auf der Homepage des Musicals war am Donnerstag nur noch die Startseite mit einem Bild und dem Logo des Stückes aus der Feder des Schlager-Produzenten Siegel zu sehen. Angeklickt werden konnte auf der Musical-Website nur noch der Service «Ticketrückgabe». Siegel hatte jahrelang an dem Musical mit großem Engagement gearbeitet, viele seiner Kompositionen der vergangenen 50 Jahre waren darin zu hören. «Ich bin mit 77 Jahren sehr glücklich darüber, dass ich das Stück jetzt auf die Bühne bringen kann. Man weiß ja nicht, wie lange man noch lebt und das alles noch erleben darf», hatte Siegel der dpa vor der Premiere erklärt. Nun sagte er der «Bild», er sei «sehr enttäuscht, weil ich mein Herzblut in das Musical gesteckt habe und die Premiere toll war».

Öffentlich gemacht hatte das finanzielle Aus am Abend zuvor bereits eine der Hauptdarstellerinnen, Jennifer Siemann, auf ihrem Instagram-Account: «Ich habe soeben die Nachricht bekommen, dass unser Musical @nbisschenfriedenmusical Insolvenz angemeldet hat», schrieb die Künstlerin am Dienstagabend. «Der Grund des Desasters hat viele Gesichter. Ich hatte mich schon gewundert, warum meine Gage komplett ausblieb.»

Siemann meinte, sie sei «tieftraurig» und hätte das Musical gerne noch mal gespielt. «Das war die kürzeste und teuerste Spielzeit meines Lebens.» Mit DeMarco wolle sie künftig nicht mehr zusammenarbeiten. Der Theaterchef bestätigte, dass die Mitarbeiter noch kein Geld bekommen hätten. Das bedaure er, so DeMarco. Ob die Darsteller aus der Insolvenzmasse noch Geld zu erwarten haben, war noch unklar.