Kirchentag: Erzschelm Hoppeditz stichelt gegen Subventionen

20
Die Prinzengarde der Stadt Düsseldorf zieht vor das Rathaus.
Die Prinzengarde der Stadt Düsseldorf zieht vor das Rathaus. Foto: Fabian Strauch/dpa

Düsseldorf (dpa) – Der Hoppeditz, Erzschelm des Düsseldorfer Karnevals, hat sein Erwachen zur fünften Jahreszeit mit einer Spitze gegen den geplanten Kirchentag genutzt. Dem Hoppeditz missfiel, dass die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt den Evangelischen Kirchentag 2027 mit mindestens 5,8 Millionen Euro subventionieren will. «Wenn die mit dem Kirchentag prahlen, lasst die ihn doch selber bezahlen», rief der Hoppeditz.

In Düsseldorf erwachte am 11.11. traditionell der Erzschelm Hoppeditz in seinem Senftopf vor dem Rathaus. Die Karnevalsfigur, verkörpert von Tom Bauer, setzte sofort einige Spitzen gegen Kommunal- und Bundespolitik, bis Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) vom Rathausbalkon zur närrischen Gegenrede ansetzen durfte.

Auch der Verkauf des Hamburger Hafens «nach Monopoly-Art» stieß der Spottfigur übel auf. Mangels Schlossallee könne Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den Chinesen doch auch noch die Hamburger Elbchaussee oder die Reeperbahn verkaufen, empfahl er.

Die großen Sorgenthemen klammerte der Narr nicht aus: «Ich wünsche mir, bei lauen Wintern, bezahlbar einen warmen Hintern.» Nach zwei Corona-Jahren hoffen die Karnevalisten zum Start der fünften Jahreszeit, dass sie den Karneval diesmal bis Aschermittwoch durchziehen können: «Wer weiß, was noch passiert, damit die Stadt unseren Zoch (Rosenmontagszug) wieder einkassiert», unkte der Hoppeditz.

Bei milden elf Grad und blauem Himmel waren Tausende auf den gut gefüllten Platz vor das Düsseldorfer Rathaus geströmt.