Leute wollen Energie sparen: Bad erwägt «Duschtarif»

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Herne (dpa/lnw) – 30 Minuten für 1,50 Euro – im Familien- und Freizeitbad «Wananas» in Herne denken die Verantwortlichen über die Einführung eines sogenannten Duschtarifs nach. Angesichts der steigenden Energiekosten werde in vielen Haushalten gespart, sagte Hans-Lothar Przybyl, Geschäftsführer der Herner Bädergesellschaft, am Freitag. «Man macht das Wasser kälter, man hat Sorge, wie hoch die Nachzahlungen werden. Deswegen wollen wir den Leuten einen sicheren Rahmen bieten.» Der Tarif könnte ab Januar eingeführt werden, am 1. Dezember soll der Aufsichtsrat der Bädergesellschaft darüber entscheiden. Zuvor hatte die WAZ darüber berichtet.

Im Grunde handele es sich um einen «Ulta-Kurztarif», erklärte Przybyl. Für 1,50 Euro soll man eine halbe Stunde lang das Bad nutzen können. Wer die Zeit findet, kann also nicht nur Duschen und Föhnen, sondern auch ein paar Bahnen schwimmen. Für so viel Geld kann man laut einer Beispielrechnung mit dem «Duschrechner» der NRW-Verbraucherzentrale daheim knapp 10 Minuten duschen (Energiepreise vom Juni 2022). «Ich glaube, es wird in Zukunft immer wichtiger, einen Aufwärmort zu bieten. Und das könnte so einer sein», sagte Przybyl.

Das Angebot dürfte sich wohl eher für Menschen lohnen, die fußläufig in der Nähe des Bades lebten, sagte er. Einige Leute seien nach ersten Medienberichten über das Angebot sogar schon ausgerüstet mit Plastiktüte und bereit zum Duschen am Eingang gewesen. «Daran erkennen wir: Wir haben einen Nerv getroffen», sagte Przybyl. Die Idee sei eigentlich wegen der Cranger Kirmes entstanden, die in unmittelbarer Nähe stattfinde, sagte er. Den Schaustellern biete man seit vielen Jahren einen Duschtarif.