Polizisten wegen Strafvereitelung im Amt angeklagt

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Blick auf ein Relief der Justitia.
Blick auf ein Relief der Justitia. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Mülheim/Ruhr (dpa/lnw) – Die Duisburger Staatsanwaltschaft hat zwei Polizisten wegen gemeinschaftlicher Strafvereitelung im Amt angeklagt. Die beiden Dienstgruppenleiter sollen verhindert haben, dass Ermittlungen gegen einen prügelnden Polizisten eingeleitet wurden, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts in Mülheim/Ruhr am Montag. Der «Kölner Stadt-Anzeiger» hatte zuvor berichtet.

Der bereits zu neun Monaten auf Bewährung verurteilte Polizist soll einen Verdächtigen mit Migrationshintergrund gefesselt und dann auf ihn eingeschlagen haben. Eine junge Polizistin wurde Zeugin des Geschehens und fertigte einen Aktenvermerk. Ihr Dienstgruppenleiter und der des Prügel-Polizisten sollen dann vereinbart haben, trotzdem kein Verfahren gegen den Beamten einzuleiten.

Laut «Kölner Stadt-Anzeiger» soll eine weitere Beamtin den prügelnden Polizisten, der auch wegen rechtsextremer Posts aufgefallen sei, mit einer Falschaussage gedeckt haben. Sie habe inzwischen ein Geständnis abgelegt und einen Strafbefehl mit sieben Monaten Haft auf Bewährung erhalten.

Statt des prügelnden Polizisten war zunächst das Opfer wegen Widerstands gegen die Beamten vor Gericht gekommen. Im Prozess sei die Absprache aber aufgeflogen, das Opfer wurde freigesprochen. Mindestens einer der beiden angeklagten Dienstgruppenleiter bestreitet den Vorwurf. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.