Über 5000 Lachse in NRW: Land lobt Wanderfischprogramm

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Ein Mann hält einen laichtragenden Lachs in den Händen.
Ein Mann hält einen laichtragenden Lachs in den Händen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Sankt Augustin (dpa/lnw) – NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) hat bei einem Ortstermin an der Sieg die Anstrengungen zum Fisch- und Gewässerschutz gelobt. Seit 1998 seien bereits mehr als 5000 Lachse nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt, sagte die Ministerin an einer Kontrollstation für Wanderfische am Siegwehr in Sankt Augustin-Buisdorf. Das sei kein Naturereignis, sondern das Ergebnis des NRW-Wanderfischprogramms und vieler freiwilliger Helfer an Sieg, Wupper, Dhünn und Rur, sagte Gorißen laut einer Mitteilung vom Montag.

Mit dem 1998 gestarteten Wanderfischprogramm werden ehemals heimische Wanderfischarten wie Lachs, Maifisch und Nordseeschnäpel wieder in Nordrhein-Westfalen angesiedelt. Dazu werden alte Wehre entfernt und neben Schleusen oder Staumauern Fischwege installiert, mit deren Hilfe Fische diese Hindernisse überwinden können. Zugleich werden junge Lachse, Aale und Maifische in geeignete Gewässerabschnitte eingesetzt.

Zuvor hatten vor allem unzureichend geschützte Turbinen von Wasserkraftanlagen für Fische eine tödliche Gefahr dargestellt. Hinzu kamen lange Zeit Gewässerverschmutzungen aller Art und eine ungeregelte Fischerei. Noch in den 1990er Jahren waren Wanderfische in nordrhein-westfälischen Gewässern stark bedroht oder, wie der Lachs, ausgestorben.

Wanderfischarten legen oft große Entfernungen zurück. Der Lachs wandert etwa zum Ablaichen aus dem Meer zu den Oberläufen der Flüsse zurück. Beim europäischen Aal ist es umgekehrt: Er wandert aus den Flüssen rund fünftausend Kilometer in seine Laichgebiete im Westatlantik.