SPD fordert Lohnausgleich für pflegende Berufstätige

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Eine alte Frau mit Rollator.
Eine alte Frau mit Rollator. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Wer Angehörige pflegt, sollte aus Sicht der SPD in Nordrhein-Westfalen vollen Lohnausgleich für eine dafür nötige Arbeitszeitverkürzung erhalten. Außerdem fordert die Oppositionsfraktion ein Landesprogramm zur Förderung von Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätzen sowie den Ausbau von Pflegehotels. In der kommenden Woche will die SPD einen Antrag für «respektvolle Pflege in NRW» in den Landtag einbringen, den der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Thorsten Klute, am Mittwoch in Düsseldorf vorgestellt hat.

Hintergrund der Initiative sei der stark steigende Pflegebedarf, erläuterte er. Allein von 2019 bis Ende 2021 sei die Zahl der Pflegebedürftigen in NRW bereits um 23,5 Prozent auf rund 1,2 Millionen gestiegen. 86 Prozent von ihnen würden nach Zahlen des Statistischen Landesamts zu Hause versorgt.

«Bundesweit geht der Barmer Report von knapp drei Millionen Pflegebedürftigen bis 2030 aus, die ausschließlich von Angehörigen gepflegt werden», sagte Klute. «Das sind etwa 630.000 Menschen mehr als im Jahr 2020.» Daher müsse für viel mehr Plätze, Personal, Beratungs- und Hilfsangebote gesorgt werden. Dazu könnten auch speziell geschulte Gemeindeschwestern beitrage, die Senioren in Hausbesuchen beraten und unterstützen. Beispielgebend sei ein entsprechendes Modell in Rheinland-Pfalz.

«Langjährigen pflegenden Angehörigen droht oftmals Vereinsamung, der faktische Ausschluss von der gesellschaftlichen Teilhabe», warnte Klute. Daher solle sich die Landesregierung mit einer Bundesratsinitiative für eine Stärkung dieser «stillen Helden» einsetzen. Dazu gehörten auch mehr Kur-Angebote für pflegende Angehörige.