Vogelspinne im Botanischen Garten entdeckt

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Bonn (dpa/lnw) – Eigentlich sollten bei den Botanischen Gärten in Bonn Pflanzen im Mittelpunkt stehen – nun hat eine vermutlich dort ausgesetzte Vogelspinne für Aufregung gesorgt. Ein Schülerpraktikant habe sie vergangene Woche beim Zusammensammeln von Blättern im Tropenhaus entdeckt, sagte die wissenschaftliche Leiterin der Gärten, Cornelia Löhne, am Mittwoch. Für den Jungen blieb es demnach beim Schreck – die Spinne ist für Menschen harmlos. Sie wäre aber nicht das erste Tier, das in den Gärten ausgesetzt wird und den Verantwortlichen zu schaffen macht. Zuvor hatte der «General-Anzeiger» berichtet.

Obwohl mitten in der Stadt gelegen, sind die Gärten ein idyllischer Ort. Von zwei Seiten sind sie von einem Graben begrenzt. Dort werden laut Löhne immer wieder Rotwangenschildkröten aus Nordamerika ausgesetzt, die heimischen Sumpfschildkröten Konkurrenz machen. Bei einer Sanierung vor gut zehn Jahren habe man den kompletten Bestand nicht-heimischer Tiere rausgeholt und junge Sumpfschildkröten angesiedelt – jetzt seien aber schon wieder die nordamerikanischen Tiere in der Überzahl, sagte die Botanikerin. Sumpfschildkröten seien geschützt, «deswegen sind wir nicht begeistert, wenn Tiere ausgesetzt werden.»

Außerdem würden immer wieder Fische ins Warmwasserbecken gebracht, sagte Löhne. Die meisten seien harmlos. Kleine Barsche hätten aber einmal großen Schaden angerichtet: Sie wühlten sich im Boden ein, das Becken musste umgegraben werden. Und dann gab es da noch die Schnappschildkröten, die auch für Menschen hätten gefährlich werden können. «Wenn man die Hand ins Wasser steckt, ist auch mal der ganze Finger ab», sagte Löhne.

Von der Vogelspinne ging laut der Botanikerin dagegen keine Gefahr aus. Sie sei ins Zoologische Forschungsmuseum Koenig in Bonn gebracht worden, wo sie von einem Experten genauer identifiziert werden soll.