Anklage nach Streit um zu laute Musik: Versuchter Totschlag

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Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.
Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Bielefeld (dpa/lnw) – Nach einem Streit um zu laute Musik muss sich ein 28-Jähriger aus Spenge im Kreis Herford ab Januar vor dem Landgericht Bielefeld wegen versuchten Totschlags verantworten. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft hatte sich im Juli 2022 ein Mitbewohner in einer städtischen Unterkunft über zu laute Musik aus dem Zimmer des Angeklagten beschwert. Daraufhin soll er zuerst mit einem Hammer auf den Kopf des Opfers eingeschlagen haben, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag berichtete. Dann verletzte er den Mann mit einem Fleischermesser und fügte ihm eine elf Zentimeter lange Schnittwunde im Gesicht zu. Nach diesem Angriff beruhigte sich die Lage kurz und der Angreifer versprach, den Rettungsdienst zu rufen.

Dies tat er aber laut Anklage nicht und stach mit einem Obstmesser erneut auf das Opfer ein. Der Angegriffene wird vermutlich bleibende sichtbare Schäden behalten. Bei dem zweiten Messerangriff entstand eine 16 Zentimeter lange Wunde vom Kopf über den Hals bis zum Oberkörper. Der jetzt Angeklagte wurde mehrere Tage später in einer anderen städtischen Unterkunft festgenommen und machte keine Angaben zur Tat. Der mutmaßliche Angreifer und das Opfer sollen sich bereits im Frühjahr 2022 über zu laute Musik gestritten haben.