Hilfswerk Medeor unterstützt Cherson mit Medikamenten

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Das Gebäude des Medikamenten-Hilfswerks «action medeor».
Das Gebäude des Medikamenten-Hilfswerks «action medeor». Foto: Malte Krudewig/dpa/Archivbild

Tönisvorst(dpa/lnw) – Nach dem Ende der russischen Besatzung in Cherson wird die ukrainische Stadt auch mit Medikamenten und medizinischer Ausrüstung des Hilfswerks Action Medeor versorgt. «Wir gehen davon aus, dass die Sendung in den nächsten Tagen eintrifft», sagte Markus Bremers, Sprecher des Medikamentenhilfswerks mit Sitz in Tönisvorst, am Donnerstag. Nach dem Rückzug der russischen Truppen sei die Infrastruktur weitgehend zerstört, es fehle an medizinischer Ausrüstung und Versorgung, hieß es in einer Mitteilung.

Nach Cherson gehen demnach Medikamente wie Infusionslösungen, Antibiotika und Herz-Kreislaufpräparate sowie Kompressen, Verbandsstoffe und Rettungsdecken. Insgesamt waren 5,5 Tonnen Hilfsgüter im Wert von 300.000 Euro an das ukrainische Zentrum für Öffentliche Gesundheit gesendet worden. Dort entschied man laut Action Medeor nun, den überwiegenden Teil der Sendung nach Cherson weiterzuleiten.

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine hat das Hilfswerk, das auch als «Notapotheke der Welt» bezeichnet wird, eigenen Angaben zufolge mehr als 140 Hilfslieferungen im Gesamtwert von fast sechs Millionen Euro in die Ukraine gebracht. Unter Druck der ukrainischen Armee hatten die russischen Besatzer die Gebietshauptstadt Cherson Anfang November geräumt und sich auf das südliche Ufer des Flusses Dnipro zurückgezogen.