Deutsche Bahn kündigt weitere Sanierungen auch in NRW an

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Gleise sind an einem Bahnhof im Schotterbett verlegt.
Gleise sind an einem Bahnhof im Schotterbett verlegt. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild

Düsseldorf/Berlin (dpa/lnw) – Zugreisende müssen sich in den kommenden Jahren in Nordrhein-Westfalen auf weitere Einschränkungen einstellen. Die Deutsche Bahn kündigte am Freitag an, auch in NRW weitere Strecken zu sanieren. Unter anderem sind auf der für den Güterverkehr wichtigen Verbindung zwischen Emmerich und Oberhausen größere Baumaßnahmen geplant. Ein 72 Kilometer langer Abschnitt ist Teil der europäischen Verbindung zwischen Rotterdam und Genua und könne daher nicht für einen längeren Zeitraum komplett gesperrt werden, hieß es.

«Deshalb wird die Sanierung im Zeitraum zwischen November 2024 und Juni 2026 mit getakteten Sperrungen und bei überwiegend eingleisigem Betrieb auf Grundlage der mit den Niederlanden erfolgten Abstimmungen vorgenommen.» Zuvor hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitag) berichtet.

Die Infrastruktur der Bahn ist vielerorts völlig überlastet und höchst sanierungsbedürftig. Die Folge: Wegen vieler kleinteiliger Baumaßnahmen sind die Züge so unzuverlässig und unpünktlich unterwegs wie seit Jahren nicht. Im Sommer hat die Bahn deshalb die sogenannte Generalsanierung ihres Netzes angekündigt und mehrere Korridore mit besonderem Modernisierungsbedarf identifiziert.

Kritik an dem Konzept kam am Freitag vom Güterbahn-Verband Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE), in dem die Konkurrenten der Bahn im Schienengüterverkehr organisiert sind. «Nichts ist abgestimmt in dem Sinne, wie es hier suggeriert wird», teilte der Vize-Verbandsvorsitzende Sven Flore mit.

In einer Stellungnahme zu den Korridoren an die Bahn kritisiert der Verband unter anderem die Gleichzeitigkeit der Baumaßnahmen auf der Strecke zwischen Frankfurt/Main und Mannheim, der sogenannten Riedbahn, und auf der Strecke Oberhausen-Emmerich. Die Wahl der Strecken sowie des Zeitraums sei «nicht schlüssig begründet».