Dehoga: NRW-Gastgewerbe auch 2022 unter Vor-Corona-Niveau

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Gäste stoßen in einem Restaurant mit ihren Weingläsern an.
Gäste stoßen in einem Restaurant mit ihren Weingläsern an. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Das Gastgewerbe in Nordrhein-Westfalen wird nach Einschätzung des Branchenverbandes Dehoga auch in diesem Jahr trotz kräftiger Zuwächse nicht an das Vor-Corona-Niveau herankommen. «2022 ist das beste «Corona-Jahr»», sagte der Sprecher von Dehoga NRW, Thorsten Hellwig, am Dienstag mit Blick auf deutlich gestiegene Umsätze in diesem Jahr. Allerdings müsse dabei die hohe Inflation berücksichtigt werden. Die realen Umsätze würden voraussichtlich bereits im dritten Jahr in Folge unter dem Vorkrisenniveau bleiben.

Insbesondere Kostensteigerungen bei Energie, Lebensmitteln und Personal sowie der Arbeitskräftemangel blieben die großen Herausforderungen für Gastronomen und Hoteliers in NRW. Hinzu komme die Gefahr, dass wegen finanziellen Nöten oder Unsicherheiten weniger Gäste kommen oder dass weniger konsumiert wird. Je früher die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für die Unternehmen und Bürger griffen, desto besser sei das für das Gastgewerbe und die Gäste, weil so ein Stück Sicherheit gegeben werden könne, hieß es. Wann die Branche das Vor-Corona-Niveau von 2019 real erreichen werde, sei derzeit unklar.

Das NRW-Gastgewerbe hat in den ersten neun Monaten 2022 ein Umsatzplus von 64,1 Prozent erzielt, wie das Statistische Landesamt am Dienstag mitteilte. Preisbereinigt stiegen die Umsätze um 54,5 Prozent. Besonders deutlich holte das Hotelgewerbe auf, wie Zahlen für den September zeigen. Allerdings lag der Umsatz des gesamten NRW-Gastgewerbes in den ersten neun Monaten 2022 um 4,7 Prozent unter dem im gleichen Zeitraum des Jahres 2019. Real waren es sogar 16 Prozent weniger als vor drei Jahren bis Ende September.