Geflüchtete Ukrainerin vergewaltigt: Mehrere Jahre Haft

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Eine Figur der blinden Justitia.
Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Für die zweifache Vergewaltigung einer nach Düsseldorf geflüchteten Ukrainerin hat das Landgericht am Freitag drei und vier Jahre Haft verhängt. Ein 27-Jähriger muss demnach für vier Jahre hinter Gitter, ein 38-Jähriger wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

Die beiden Angeklagten sollen die 18-Jährige am 6. März auf einem am Rheinufer festgemachten Hotelschiff nacheinander vergewaltigt haben. Auf dem Schiff waren nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine einige der ersten eingetroffenen Flüchtlinge untergebracht worden.

Die beiden Studenten waren – wie die junge Frau – aus der Ukraine geflohen und auf dem Schiff untergebracht. Die 18-jährige Ukrainerin musste im Prozess nicht aussagen. Zwei Gutachter hatten die junge Frau als traumatisiert und nicht vernehmungsfähig eingestuft.

Der jüngere Angeklagte schlug bei der Urteilsverkündung entsetzt die Hände vors Gesicht und schüttelte ungläubig den Kopf. Der Ältere dagegen zeigte kaum eine Regung.

Die Richter stützten ihre Entscheidung auf beim Opfer gefundene DNA-Spuren der Angeklagten und auf die Aussagen der jungen Frau beim Ermittlungsrichter und gegenüber einer Gutachterin. «Alles spricht für ihre Glaubwürdigkeit, es gab keine Hinweise auf eine Falschbeschuldigung», sagte der Vorsitzende Richter.

Die Verteidiger hatten dagegen erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der 18-Jährigen geltend gemacht und Freisprüche gefordert. Sie wollen das Urteil nun anfechten.

Der 27-jährige Student hatte behauptet, der Sex mit der 18-Jährigen sei einvernehmlich gewesen. Der 38-jährige Mitangeklagte hatte ausgesagt, die 18-Jährige habe ihn schon Stunden vor der vermeintlichen Tat geküsst.