Die Silvesternacht verlief für die Feuerwehr Essen unruhig. Foto: Feuerwehr Essen
Die Silvesternacht verlief für die Feuerwehr Essen unruhig. Foto: Feuerwehr Essen

Essen. Auch die Essener Feuerwehr zieht eine erste Bilanz zum Einsatzaufkommen in der Silvesternacht. Diese sei „wie erwartet unruhig“ verlaufen. Ein Mann aus Essen-Katernberg schwebt nach einer Verletzung durch Feuerwerkskörper in Lebensgefahr. 

Anzeige

„Der Jahreswechsel lief im ersten Jahr ohne Corona-Einschränkungen wie erwartet unruhig“, teilt die Essener Feuerwehr mit. Bereits um kurz nach Mitternacht waren alle Kräfte der Berufsfeuerwehr sowie auch der Freiwilligen Feuerwehr in Essen im Einsatz.

391 Mal rückten die Retter in der Zeit zwischen 18 Uhr am Samstag und 8 Uhr am Sonntag aus. „Ein signifikantes Plus von 202 Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr im selben Zeitraum“, so das Resümee der Brandschützer. In 181 Fällen ging es um Brand- oder technische Hilfeleistungseinsätze, 210 Mal handelte es sich um Rettungsdiensteinsätze. Bei 34 Vorfällen unterstützte zusätzlich ein Notarzt.

166 Mal lautete die Alarmierung „Brand 0“, hierunter fielen brennende Mülleimer, Papierkörbe, Vegetation oder Altpapiercontainer.

Bereits vor dem Jahreswechsel ging es für die Feuerwehr los: Gegen 22.29 Uhr rückten die Retter zu einem Balkonbrand in Überruhr-Hinsel aus. Am Gewalterberg waren demnach Gegenstände auf einem Balkon durch einen Feuerwerkskörper in Brand geraten.

„Beim Eintreffen der Feuerwehr war die Scheibe zur Wohnung bereits geborsten und Brandrauch in diese und den Treppenraum eingedrungen“, so die Wehr. „Alle Bewohner konnten das Gebäude unverletzt verlassen“. 14 Personen hatte ein Notarzt vor Ort untersucht, in die Klinik musste aber niemand.

„Weniger glimpflich hingegen verlief ein Einsatz auf der Straße Kiepenkäälsweg in Essen-Katernberg“, so die Feuerwehr. Ein achtjähriges Mädchen und ihr 40-jähriger Vater wurden bei der Nutzung von Feuerwerkskörpern schwer verletzt. Beide wurden zunächst vor Ort von Notfallsanitätern, Notärzte, sowie dem Leitenden Notarzt versorgt und in Krankenhäuser gebracht. „Bei dem Vater besteht Lebensgefahr“, teilt die Feuerwehr mit.

Gegen 1.05 Uhr kam es zu einem weiteren Balkonbrand, diesmal an der Sälzerstraße in Altendorf. Auch dort waren die Scheiben geborsten und der Brand auf die Wohnung übergegangen. Weiter drohten die Flammen auf das Dach überzugreifen, was die Feuerwehr jedoch verhindern konnte. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand.

„Während der Silvesternacht kam es immer wieder dazu, dass Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern beworfen wurden“, kritisiert die Essener Feuerwehr. An einigen Einsatzstellen sei eine Brandbekämpfung nur mit massiver Unterstützung der Polizei möglich gewesen. Im Stadtteil Essen-Freisenbruch wurden drei Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Essen-Kray durch Böller leicht verletzt.