Die Polizei trifft Vorbereitungen zur Räumung Lützeraths, während ein Aktivist beobachtet.
Die Polizei trifft Vorbereitungen zur Räumung Lützeraths, während ein Aktivist beobachtet. Foto: Thomas Banneyer/dpa/Archivbild

Erkelenz (dpa/lnw) – Die Initiative «Die Kirche(n) im Dorf lassen» plant noch am Freitag eine Sternsinger-Aktion und Gebete im rheinischen Braunkohledorf Lützerath. «Uns erreichen inzwischen Bilder aus Afrika, Asien, Südamerika und Australien, auf denen Menschen mit gelben Kreuzen ihrem Protest gegen die Abbaggerung Lützeraths Ausdruck verleihen», hieß es in einer Mitteilung der Initiative. «Gerade angesichts der bevorstehenden Räumung möchten wir noch einmal den Segen Gottes auf Lützerath herabrufen.» Dem Energiekonzern RWE warf das Netzwerk «sinnlose Zerstörung» vor.

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RWE will den Weiler Lützerath – er gehört zu Erkelenz im Kreis Heinsberg – abreißen, um die darunter gelegene Kohle abzubauen. Die NRW-Landesregierung plant, das Dorf Mitte des Monats von der Polizei räumen zu lassen. Klimaaktivisten, die in dem verlassenen Weiler leben, wollen das verhindern. Das Verwaltungsgericht Aachen hatte einen Eilantrag von Aktivisten gegen das Aufenthaltsverbot in dem Ort am Donnerstag abgelehnt.

Lützerath dürfe nicht «gegen alle Vernunft, gegen alle Verantwortung und gegen allen Protest preisgegeben» werden, forderte «Die Kirche(n) im Dorf lassen». Am Nachmittag wollten sich einem Sprecher zufolge 50 bis 80 Menschen in dem Weiler an der sogenannten Eibenkapelle – einer großen Eibe – zu einem kurzen Gottesdienst mit Gebet und Gedenken an die umgesiedelten Menschen treffen. Danach werde man zur Sternsinger-Aktion durch die Ortschaft ziehen.

Das Netzwerk kämpft nach eigenen Angaben für globale Klimagerechtigkeit, es gehörten ihr 46 Kirchengemeinden und rund 130 Unterstützer an. Man wolle um Segen bitten für das Dorf, die Häuser, die Aufbauten und Zelte der Aktivisten – und auch für die «Menschen, die sich unter solch ungeheurem Einsatz der Zerstörung entgegenstellen».