Seit der Geburt von Töchterchen Klara (4 Monate) ist Familie Nuthman, mit Vater Kim Nikolas, Mutter Sarah und Tochter Ida (5), glücklich zu viert. Foto: Mathias Kehren
Seit der Geburt von Töchterchen Klara (4 Monate) ist Familie Nuthmann, mit Vater Kim Nikolas, Mutter Sarah und Tochter Ida (5), glücklich zu viert. Foto: Mathias Kehren

Kreis Mettmann. Elterngeld soll Müttern und Väter ermöglichen, eine Auszeit vom Beruf zu nehmen oder in Teilzeit zu arbeiten, um sich um neugeborene Kinder kümmern zu können. Bis das Geld auf dem Konto ist, dauert es aber.

Anzeige

Anfang November hat Kim Nikolas Nuthmann aus Heiligenhaus den Antrag bei der Elterngeldstelle des Kreises für seine neugeborene zweite Tochter eingereicht. Der Eingang des Antrags wurde – auf Nachfrage – zum 4. November bestätigt. Das Elterngeld – gedacht als Ersatz für aufgefallenen Verdienst – ist aber noch nicht angekommen.

Gerade in der heutigen Zeit werden junge Eltern auf eine sehr harte Probe gestellt„, sagt Kim Nuthmann und verweist auf hohe Mieten und gestiegene Energiekosten. Der Heiligenhauser hat dann mehrfach beim Kreis nachgehakt. Und schließlich die Information bekommen, dass die Bearbeitungszeit derzeit 13 bis 15 Wochen betrage.

„Die Folgen sind für viele Familien verheerend“, klagt Nuthmann. Die Zahlungen zum Mutterschutz seien inzwischen ausgelaufen, zudem bleibe das Gehalt aus. Somit sei das Einkommen für die inzwischen vierköpfige Famile „extrem gesunken“. Der Heiligenhauser Familienvater findet den Zustand „unhaltbar“. Junge Familien sollten sich gut überlegen, ob sie teilweise 15 Wochen ohne Gehalt und Geldeingang auskommen könnten.

Nach der Einführung 2007 sei das Gesetz zum Elterngeld immer wieder verändert worden, berichtet der Kreis Mettmann auf Anfrage. Das habe dazu geführt, das die Bearbeitung eines Antrags immer mehr Zeit in Anspruch nehme. Und in den vergangenen beiden Jahren hatte die Elterngeldstelle des Kreises jeweils etwa 5.500 Anträge zu bearbeiten.

Aktuell liege die Bearbeitungszeit bei zwölf Wochen, berichtet Daniela Hitzemann, Sprecherin der Kreisverwaltung in Mettmann. „Maßnahmen zur weiteren Reduzierung der Bearbeitungszeiten werden aktuell umgesetzt.“

Außerdem habe sich auch im Bereich der Elterngeldstelle der Fachkräftemangel bemerkbar gemacht, die Suche nach neuen Mitarbeitenden sei deutlich schwieriger geworden. Allerdings: „Aktuell ist die Elterngeldstelle wieder komplett besetzt und die Einarbeitung der neuen Kolleginnen und Kollegen läuft gut“, meldet der Kreis Mettmann.

Für Familie Nuthmann aus Heiligenhaus könnte das bedeuten, dass sie bald mit der ersten Überweisung rechnen kann. Zumal die Berabeitungszeit von zwölf Wochen ohnehin bald abgelaufen ist.

Diese Tipps hat der Kreis Mettmann zur Beschleunigung des Verfahrens:

„Leider sind bis zu 80 Prozent aller Anträge auf Elterngeld unvollständig und können damit nicht ohne Nachfragen und Nachforderungen von Unterlagen abschließend bearbeitet werden. Dies ist auch ein generelles Problem beim Elterngeld.

Das Land Nordrhein-Westfalen (als zuständige Stelle) plant voraussichtlich zum Spätsommer die Einführung eines digitalen Antrages für das Elterngeld. Die Elterngeldstellen hoffen durch diesen neuen Grad der Digitalisierung sowohl auf eine Reduzierung der Bearbeitungszeiten für die Kundinnen und Kunden als auch auf eine Reduzierung des Bearbeitungsaufwandes für die Sachbearbeitung.

Zur Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens verweist die Elterngeldstelle auf die Hilfestellungen der Homepage der Kreisverwaltung. Unter https://www.kreis-mettmann.de/Weitere-Themen/Soziales/Elterngeld-Elternzeit/ können neben allgemeinen Hinweisen auch die aktuell gültigen Antragsunterlagen und Hinweise zu notwendigen beizufügenden Unterlagen abgerufen werden.

Nur möglichst vollständige Antragsunterlagen führen für die Beantragenden und die Sachbearbeitung zu einer schnellen Bewilligung.“