Schneekanonen produzieren Schnee für die Pisten im Skiliftkarussell im Sauerland.
Schneekanonen produzieren Schnee für die Pisten im Skiliftkarussell im Sauerland. Foto: Niklas Hinz/Skiliftkarussell Winterberg/dpa

Winterberg/Düren/Hagen/Essen (dpa/lnw) – Das gemäßigte Winterwetter in Nordrhein-Westfalen sorgt am Wochenende für volle Skigebiete, bringt aber auch zahlreiche Unfälle durch glatte Straßen mit sich. Nach wochenlanger Durststrecke waren am Samstag erstmals wieder gute Wintersportbedingungen. Im Sauerland und im Rothaargebirge waren daher 85 von fast 130 Liften geöffnet – bisheriger Rekord für diesen Winter. 

«Die Bedingungen sind super. Besser geht es gar nicht», sagte Susanne Schulten, Sprecherin der Wintersport-Arena Sauerland. «Nur die Sonne könnte sich auch noch blicken lassen.» Am Dienstag und Donnerstag habe es noch ordentlich Neuschnee gegeben. Entsprechend seien die ersten Parkplätze am Samstag bereits gegen 9.30 Uhr voll gewesen. «Im Kerngebiet um Winterberg und Willingen ist ordentlich was los», so Schulten.

Sie empfahl, antizyklisch anzureisen und auch kleinere Naturschneegebiete wie Sellinghausen oder Usseln ins Visier zu nehmen. Die Temperaturen lagen im Hochsauerland konstant unter Null bei minus drei bis sechs Grad. Auf dem Kahlen Asten wurde die Schneehöhe mit 26 Zentimetern angegeben. Zudem waren die Schneekanonen bei den frostigen Temperaturen in den vergangenen Tage im Dauerbetrieb. Für Ski-Langläufer waren 92 Kilometer Loipen gespurt.

Seit Weihnachten hatten zweistellige Temperaturen mit Regen und starkem Wind den Schnee schnell schmelzen lassen. Zuletzt war Skifahren und Snowboarden im Sauerland nur noch in Winterberg auf ein paar schmalen Kunstschnee-Schneisen in der ansonsten grünen Landschaft möglich. 

Der kleine Wintereinbruch führt in Teilen von NRW allerdings auch zu Verkehrsbehinderungen. Durch Schnee und Glätte kam es vor allem am Freitag zu zahlreichen quer stehenden oder liegen gebliebenen Fahrzeugen sowie Zusammenstößen. Etwa im Kreis Düren gab es von Freitagmittag bis Samstagmorgen knapp 180 Unfälle und 70 gemeldete Gefahrenstellen, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt hätten die Beamten rund 300 witterungsbedingte Einsätze gezählt. Bei den Unfällen wurden demnach sechs Menschen leicht verletzt. Der Sachschaden betrage geschätzt mehr als 200.000 Euro.

Überall im Kreis Düren seien Straßen zeitweilig nicht mehr zu befahren gewesen, weil Autos sich gedreht hätten, halbseitig in Böschungen gelandet oder mit anderen Fahrzeugen verkeilt gewesen seien. Einige Lastwagenfahrer mussten laut Polizei stundenlang auf die Abschlepphilfen warten.

Auch im Ruhrgebiet sorgten die glatten Straßen am Freitag für Unfälle. So habe ein Autofahrer wegen der Witterung sein Fahrzeug angehalten, was ein weiterer Verkehrsteilnehmer zu spät erkannt habe, berichtete die Polizei am Samstag. Er sei mit seinem Wagen gegen das stehende Auto geprallt, das daraufhin über die Fahrbahn geschoben wurde und eine Böschung hinabrollte. Verletzte gab es nicht.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt von Samstagabend an erneut vor Glätte in NRW – zunächst durch Reif oder Überfrieren. Im Laufe der Nacht auf Sonntag breite sich dann Schneefall aus und verschärfe die Glättesituation.

Auch am Sonntag ist bei grauem Himmel weiter mit örtlicher Glätte zu rechnen. Zwar sei es zum Ende der Woche mit Temperaturen von maximal zwei Grad etwas milder als zuletzt, im Bergland gebe es jedoch vielerorts weiter Dauerfrost, sagte eine DWD-Meteorologin am Samstag in Essen. Vor allem in der Eifel falle am Sonntag Schnee, der aber im Tagesverlauf abnehme. Im Nordwesten des Landes bleibe es dagegen niederschlagsfrei. Überall in NRW bleibt es grau.

In der Nacht auf Montag sei es dann verbreitet frostig, so dass es örtlich erneut Glättegefahr gebe, so die Expertin. Zu Wochenbeginn erwartet der DWD schließlich Höchsttemperaturen von zwei bis vier Grad und keine Niederschläge mehr. Zudem gebe es am Montag viele Wolken, ehe am Dienstag zeitweise auch mal wieder die Sonne zu sehen sei.