Feuerwehr und Polizei sind in Castrop-Rauxel im Einsatz.
Feuerwehr und Polizei sind in Castrop-Rauxel im Einsatz. Foto: Christoph Reichwein/dpa

Berlin/Düsseldorf (dpa) – Der im Ruhrgebiet festgenommene mutmaßliche Islamist soll nicht im Auftrag staatlicher iranischer Behörden gehandelt haben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Sicherheitskreisen. Vielmehr wird vermutet, dass er Anhänger einer sunnitischen islamistischen Terrorgruppe ist. Sein Bruder, der sich bei dem Zugriff der Polizei zufällig in der Wohnung des 32-Jährigen in Castrop-Rauxel aufhielt, war der Polizei zwar zuvor bekannt, allerdings aus Gründen, die nicht mit islamistischem Terror zusammenhängen. Ob er in die mutmaßlichen Anschlagspläne eingeweiht war, steht noch nicht fest. Die Männer sollen sich beide seit 2015 in Deutschland aufhalten.

Anti-Terror-Ermittler durchsuchten in der Nacht zum Sonntag die Wohnung des 32-Jährigen. Der Mann sei verdächtig, sich für eine Tat die Giftstoffe Cyanid und Rizin besorgt zu haben, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf, die Polizei Recklinghausen und die Polizei Münster in der Nacht zum Sonntag mit.

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, hatte im Dezember gesagt, die vom Iran betriebene «Ausforschung von jüdischen Einrichtungen oder von Zielen, die mit dem Staat Israel in Verbindung zu bringen sind» habe sich verstärkt. Haldenwang sagte damals: «Wir müssen davon ausgehen, dass dies geschieht, um zu einem bestimmten Zeitpunkt Maßnahmen gegen diese Ziele vornehmen zu können.» Gleichzeitig wies er auf die weiterhin hohe Gefahr islamistischer Anschläge, insbesondere durch selbstradikalisierte Einzeltäter, hin. Im Iran ist der schiitische Islam Staatsreligion. Zu den religiösen Minderheiten in der Islamischen Republik gehören sunnitische Muslime und Christen.