Person untersucht vertrocknete Pflanze im Freien.
Frank Bossong, Leiter des Reviers Neuenrade, erläutert die Vorgehensweise zur Wiederbewaldung. Foto: Markus Klümper/dpa

Neuenrade (dpa/lnw) – Angesichts feuchter Waldböden und niedrigschwelliger Förderangebote wirbt der Landesbetrieb Wald und Holz für eine Wiederaufforstung der Waldflächen, die seit 2018 Dürre und Borkenkäfer zum Opfer fielen. Nach den regenreichen Monaten seien die Voraussetzungen für die Pflanzsaison so gut wie lange nicht, sagte Thomas Kämmerling, Leiter der nordrhein-westfälischen Forstbehörde bei einem Besuch in Neuenrade.

Wie in vielen anderen einstigen Fichtenwäldern im Land haben dort private Waldbesitzer begonnen, die Kahlflächen wieder aufzuforsten. Statt auf Fichten in Monokultur sollen sie dabei auf eine gute Mischung verschiedener Baumarten setzen, die möglichst gut zu den Klima- und Bodenbedingungen am jeweiligen Ort passen: «Die Wälder in Nordrhein-Westfalen werden vielfältiger. Mit standortgerechten Mischwäldern streuen wir das Risiko. Wir wappnen den Wald für die Klimaveränderungen der nächsten Jahrzehnte», so Kämmerling. Auf wie vielen der insgesamt 143.000 Hektar zerstörter Waldfläche die Wiederbewaldung begonnen habe, werde derzeit ermittelt.

«Wir haben es aktuell mit einer Schwemme an Förderanträgen zu tun. Das Interesse der Waldbesitzer an Wiederbewaldung ist da», sagte Julia Böning, kommissarische Leiterin des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland. Nach dem großen Frust über die riesigen Vermögensverluste, die das Fichtensterben für die Waldbauern in der Region auch angesichts des Holzpreisverfalls bedeuteten, freue sie sich über einen spürbaren Stimmungswandel.

Inzwischen ist es laut Landesbetrieb möglich, Förderanträge niedrigschwellig online zu stellen. Mithilfe einer Karte im Internet erhalten die Waldbesitzer auch Empfehlungen, welche Baumarten für ihren jeweiligen Standort unter den Bedingungen des Klimawandels passend sein könnten. Je nach Baumartenauswahl und Anzahl der Bäume können Waldbesitzer eine Förderung zwischen 800 und 12.700 Euro pro Hektar erhalten.

Laut Landwirtschaftsministerium werden derzeit auf vielen Waldflächen verstärkt junge Bäume gepflanzt, die dem Klimawandel besser standhalten. Die Wiederbewaldung sei eine wichtige Aufgabe, die vom Land und den privaten wie kommunalen Waldbesitzern «engagiert vorangetrieben» werde, sagte Ministerin Silke Gorißen (CDU) laut Mitteilung. Besucherinnen und Besucher des Waldes seien aufgefordert, beim Spaziergang auf den ausgewiesenen Wanderwegen zu bleiben, um die zarten Pflanzen zu schützen.