Auch im Budnestag und im nordrhein-westfälscihen Landtag wird der Fall zum Thema.
Auch im Budnestag und im nordrhein-westfälscihen Landtag wird der Fall zum Thema. Foto: Sandra Knauthe/TNN/dpa

Bad Oeynhausen (dpa/lnw) – Anderthalb Wochen nach dem tödlichen Angriff auf einen jungen Mann in Bad Oeynhausen in Ostwestfalen-Lippe gehen die Ermittlungen gegen einen 18-Jährigen weiter. Der Tatverdächtige, der wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft sitzt, schweigt nach wie vor zu den Vorwürfen, wie ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft am Mittwoch sagte. Es werde auch umfassend geprüft, in wessen Begleitung der Beschuldigte in der Tatnacht genau gewesen sei und «was Einzelne womöglich getan haben könnten». 


Auslöser und Motiv der Gewalttat weiter unklar

Bisher gebe es aber keinen Anhaltspunkt dafür, dass außer dem beschuldigten 18-jährigen Syrer noch weitere Menschen «auf das später gestorbene Opfer eingewirkt» haben, berichtete der Sprecher. Der Beschuldigte soll das 20 Jahre alte Opfer in der Nacht zum 23. Juni unvermittelt attackiert, auf dessen Kopf eingeschlagen und eingetreten haben, der junge Mann starb wenige Tage später. Den Ermittlern zufolge war der Beschuldigte vorher durch Gewalt-, Eigentums- und Betäubungsmitteldelikte aufgefallen, aber nicht vorbestraft. Auslöser und Motiv der Gewalttat sind weiter unklar. Dass es ein Video von der Tat geben soll, nannte der Staatsanwalt ein Gerücht. 

Bundestag plant Aktuelle Stunde über «Gewalttäter aus Parallelgesellschaften»

Der Bundestag wollte sich noch am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde mit dem Thema «Gewalttäter aus Parallelgesellschaften – Ursachen und Konsequenzen der Tat von Bad Oeynhausen ehrlich benennen» befassen. Die CDU/CSU-Fraktion hatte die Debatte beantragt. Im Düsseldorfer Landtag ist für den kommenden Freitag ebenfalls eine Aktuelle Stunde zu dem Komplex geplant. Die FDP hatte dazu den Antrag «Tödliche Gewalttat in Bad Oeynhausen erschüttert Nordrhein-Westfalen: Welche Maßnahmen ergreift die NRW-Landesregierung zur Verbesserung der Sicherheitslage?» eingebracht.

Der beschuldigte Syrer war laut Ermittlern 2016 im Rahmen einer Familienzusammenführung mit Eltern und Geschwistern nach Deutschland gelangt, lebte zunächst in Pforzheim und zog im Oktober 2023 nach Bad Oeynhausen.