Pflegekraft im Seniorenzimmer mit Gehhilfe.
Insolvenzen in der Pflege gestiegen. Foto: Jana Bauch/dpa/Symbolbild

Düsseldorf (dpa/lnw) – Die Zahl der Insolvenzen von Pflegeanbietern ist im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen einem Bericht zufolge deutlich gestiegen. Die Träger meldeten dem Land für 130 Einrichtungen eine bereits eingetretene oder drohende Zahlungsunfähigkeit, berichtete die «Rheinische Post» (Samstag) unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. 

48 Insolvenzen gab es in der stationären Pflege, 47 bei Ambulanzdiensten, 30 in der teilstationären Pflege und 5 in der Kurzzeitpflege. Damit habe es in der Pflege in NRW im vergangenen Jahr fünfmal so viele Insolvenzen gegeben wie im Jahr zuvor, sagte Thorsten Klute, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, die eine Anfrage dazu an das Ministerium gestellt hatte. 

Allerdings wies Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) darauf hin, dass in der überwiegenden Zahl der Fälle die gemeldeten Überschuldungen nicht zu Schließungen der Leistungsangebote und einem damit verbundenen Wegfall von Plätzen in der stationären Pflege geführt hätten. Die Einrichtungen seien von anderen Betreibern übernommen worden und würden weitergeführt. 

Klute sagte der Zeitung dazu, die Angaben des Ministers deckten sich nicht mit dem, was der Bundesverband der privaten Pflegeanbieter und auch Träger vor Ort schilderten.