Geistliche in liturgischen Gewändern gehen in Kirche.
Rainer Maria Woelki (r), Kardinal von Köln, kommt in den Dom. Foto: Oliver Berg/dpa

Köln (dpa) – Der Beirat des kircheneigenen Domradios in Köln hat sehr verhalten auf die Ankündigung des Erzbistums von Kardinal Rainer Maria Woelki reagiert, «Strukturveränderungen» bei dem Sender vornehmen zu wollen. «Der Beirat stellt die Frage, welche Vorteile aus der angeregten „Neustrukturierung“ gezogen werden sollen, und dringt auf weitere Beratung und Beteiligung in den verantwortlichen Gremien», hieß es in einer Stellungnahme des Vorsitzenden Jürgen Wilhelm am Dienstag, die mit den Worten «Beirat des Domradio ist um Unabhängigkeit der Berichterstattung besorgt» überschrieben war. Man setze sich als Programmbeirat mit Nachdruck für eine professionelle und unabhängige Berichterstattung des Medienbetriebes ein.

Die bisherige Anbindung des Senders an das Bildungswerk der Erzdiözese Köln sei geeignet, die notwendige gesellschaftliche Vielfalt sicherzustellen, führte Wilhelm aus. Sie sei auch eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Erteilung einer Lizenz durch die Landesanstalt für Medien NRW gewesen. Eine «zu erwartende neue medienrechtliche Bewertung durch die Landesmedienanstalt» stelle ein «erhebliches Risiko» dar, «die den Verlust der Lizenz- und Frequenzrechte bedeuten könnte».

Das Kölner Erzbistum hatte am Tag zuvor «Strukturveränderungen» beim Domradio angekündigt. Begründet wurde das mit dem Ziel, die Zukunft des Senders «mittel- und langfristig zu sichern». Dazu werde auch eine «Optimierung der Trägerstruktur» überlegt, hieß es in der Mitteilung. Bislang ist der katholische Sender in Trägerschaft des Bildungswerkes e.V. der Erzdiözese Köln.

Die Pläne hatten Befürchtungen aufkommen lassen, dass das Domradio an Unabhängigkeit verlieren könnte. In den vergangenen Jahren hat es sich immer wieder kritisch mit kirchlichen Themen und auch mit Woelki auseinandergesetzt. Chefredakteur ist seit 1998 Ingo Brüggenjürgen.